Gewaltdrama am Morgen: Bluttat unter Brüdern

Von: wos
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Ein blutiger Vorfall zwischen zwei Brüdern aus Hürtgen wird seit Dienstag am Aachener Landgericht verhandelt. Symbolfoto: dpa

Aachen/Hürtgen. Es war am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2015, als in Hürtgen ein Gewaltdrama unter Brüdern stattfand. Aus bis heute nicht geklärten Gründen schlug ein damals 16-Jähriger morgens mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf des schlafenden, älteren Bruders, damals 25 Jahre alt, ein. Er wiederholte die Attacke zu einem Zeitpunkt, als der von der Mutter gerufene Krankenwagen bereits vor der Türe stand.

Das blutige Geschehen wird nun seit Dienstag vor einer Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht verhandelt, sechs Tage sind angesetzt, das Verfahren findet unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Tatvorwurf lautet gefährliche Körperverletzung und sogar versuchter Mord.

Der inzwischen 17-Jährige ist im Moment in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Denn erst das Gerichtsverfahren wird zeigen, ob er dort weiterhin wegen eines psychischen Krankheitsbildes bleibt oder ob er in einer Jugendhaftanstalt untergebracht werden wird.

Kopf des Bruders abgedeckt

Laut Anklage hatte der Junge zwischen 8 und 9.30 Uhr an jenem Tag den Kopf seines schlafenden Bruders mit einem Sichtschutz abgedeckt und dann mit einem „Gegenstand“, wie es Gerichtssprecher Richter Daniel Kurth formulierte, mehrmals heftig auf ihn eingeschlagen.

Die Mutter fand ihren verletzten Sohn nach Presseberichten erst gegen 10.45 Uhr blutüberströmt in seinem Bett liegen und rief sofort den Notarzt. Als sie mit den ankommenden Rettungskräften sprach, sei der jüngere Bruder nochmals in das Zimmer gegangen, habe erneut den Kopf seines Opfers abgedeckt und wieder auf den Wehrlosen eingeschlagen. Die zweite Tat wertet die Staatsanwaltschaft dann als versuchten Mord.

Der 25-Jährige lag lange Zeit im Koma. Bei der heutigen Verhandlung war er als Zeuge geladen und erschien auch. Was er zu dem Vorfall aussagte, ist noch nicht bekannt.

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