Heimbach - Gewässer ans Tageslicht: Gehen Existenzen den Bach hinunter?

Gewässer ans Tageslicht: Gehen Existenzen den Bach hinunter?

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
13653146.jpg
Bangen um Existenz und Arbeitsstellen und bezweifeln, dass die Offenlegung die Stadt attraktiver macht: Kritiker des Projekts. Foto: Sistemich

Heimbach. Die Attraktivität Heimbachs muss verbessert werden. Diesem Vorhaben von Stadtverwaltung und Stadtrat stimmen sie zu. Leerstehende Geschäfte, Hotels, in denen seit Jahren kein Gast mehr übernachtet hat, oder Häuser, in denen keine Menschen mehr leben – sie gehören zum unschönen Bild der einzigen Durchfahrstraße des Zentralortes, das sich zu einem positiven verändern soll.

Doch einen Plan lehnen Felix Zimmermann, Barbara Naas, Myriam Adams, Bärbel Schmitz, Bernhard Engels, Willi Küpper und Guido Kohnen entschieden ab: die Offenlegung des Heimbachs.

Die Gründe: Sie sehen ihre Existenz gefährdet, die Existenz der Gewerbetreibenden, der Ärzte, der Gaststättenbesitzer oder -pächter nicht nur entlang der Hengebachstraße, wenn diese sich über Jahre in eine Baustelle verwandeln sollte. „Es geht um Arbeitsplätze“, sagen die Männer und Frauen am Mittwoch während eines Pressegesprächs. Sie befürchten, dass die Infrastruktur im Zentralort zusammenbricht. Außerdem: „Das Projekt ist für eine Stadt wie Heimbach auch eine Nummer zu groß“, sagen sie.

Und so sammelten sie Unterschriften. Im ersten Schritt legten fast 70 Geschäftsinhaber und Ärzte, unterstützt von einigen Privatpersonen, ihre Gründe gegen die Offenlegung dem Bürgermeister und den Ratsmitgliedern vor. So manches Ratsmitglied, sagen die Gegner des Projektes, hätte sich ob der Argumente doch beeindruckt gezeigt.

Die Begründungen sind vielfältig. Sie lauten: Park- und Halteplätze fallen während der fünf- bis sechsjährigen Bauphase weg. Die Kunden bleiben fern, Anwohner haben Probleme, ihre Häuser zu erreichen. Die Immobilien erleiden einen Wertverlust.

Weil der Untergrund in Heimbach zum großen Teil aus Felsen besteht, müssten unter anderem größere Baumaschinen eingesetzt werden, und daher bestünde die Gefahr von Bauschäden an Häusern wegen Stemmarbeiten und Erschütterungen. Schließlich befürchten Felix Zimmermann und seine Mitstreiter unkalkulierbare Kosten, die die geschätzten 7,5 Millionen Euro in die Höhe treiben würden.

Die Kritiker bezweifeln auch, dass die Offenlegung die kleine Stadt attraktiver macht: „Man kann den Bach nur in kleinen Abschnitten idyllisch zeigen – und selbst dann ist die Konkurrenz Rur noch viel zu groß.“ Und schließlich kritisieren sie auch, dass der Bach teilweise verlegt wird: „30 bis 40 Prozent des neuen Bachlaufes entsprechen nicht dem alten Verlauf. Wie kann dann von einer Renaturierung die Rede sein?“

Angesichts ihrer Argumente steht für Felix Zimmermann und Co. unmissverständlich fest: „Dieses Vorhaben muss gestoppt werden.“ Die Gewerbetreibenden kritisieren aber nicht nur, sie machen auch einen Vorschlag: „Mit Wasserspielen wie dem Brunnen gegenüber dem alten Rathaus könnte man den Verlauf des Heimbachs besser veranschaulichen.“

Um ihrem Anliegen noch mehr Druck zu verleihen, sammeln die Frauen und Männer weiter Unterschriften: 500 aus dem ganzen Stadtgebiet haben sie schon. Die Listen liegen unter anderem in Geschäften, Gaststätten, der Tankstelle oder bei Ärzten aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert