Nideggen - „Gespräche im Turm“: Mittelalter-Freunde kommen auf ihre Kosten

„Gespräche im Turm“: Mittelalter-Freunde kommen auf ihre Kosten

Letzte Aktualisierung:
9988832.jpg
Landrat Wolfgang Spelthahn, Amtsleiterin Elke Ricken-Melchert und Museumsleiterin Luzia Schlösser (v.l.) laden zu den „Gesprächen im Turm“ ein. Das Thema lautet in diesem Jahr „Erziehung, Bildung und Freizeitverhalten im Wandel der Zeit“.

Nideggen. Mittelalter-Freunde können sich auch in diesem Jahr über spannende und informative Abende im Burgenmuseum Nideggen freuen. Bereits zum elften Mal finden dort die „Gespräche im Turm“ in Kooperation mit dem Amt für Familie, Senioren und Soziales des Kreises Düren und dem Burgenmuseum statt.

In den Gesprächsrunden greifen Experten gesellschaftlich bedeutsame Themen auf, die die Menschen – damals wie heute – beweg(t)en. Standen in den vergangenen Jahren beispielsweise Fragen zum Familienleben oder Älterwerden sowie das Rollenverständnis der Frau im Fokus, widmen sich die Referenten diesmal dem Thema „Erziehung, Bildung und Freizeitverhalten im Wandel der Zeit“.

Der Archäologe und Mittelalter-Experte Fabian Brenker aus Tübingen setzt sich am Mittwoch, 13. Mai, ab 19.30 Uhr mit der Frage auseinander, inwieweit sich gewachsene, soziale Strukturen der mittelalterlichen Gesellschaft auf Erziehung, Bildung und Freizeit auswirkten.

Gespielt wurde überall

Als Forschungsfeld dient ihm überliefertes Sozial- und Spielverhalten in der Freizeit, bei Feiertagen und Festen – quer durch alle sozialen Schichten.

Als im zwölften Jahrhundert die ersten Universitäten aufkamen, wurden Adelige und Mönche noch von Standesgenossen und Mitbrüdern ausgebildet. Doch gespielt wurde überall – in der Kemenate der Burg und bei Hoffesten, im Gasthaus und auf der Straße, auf Schiffen und in Bergwerken, ja sogar im Kloster.

Manche der albernen oder derb-erotischen Spiele galten der Kurzweil, dem reinen Zeitvertreib. Glücksspiele gaukelten die Hoffnung auf materiellen Gewinn vor und bei manchen Freizeitaktivitäten war es wichtig, die erworbene Bildung in Szene zu setzen. Eine frühe Form von „Wer wird Millionär“?

Drei Wochen später, am Mittwoch, 3. Juni, 19.30 Uhr, nimmt die Bonner Kabarettistin Sabine Domogala mit satirisch-bissigem Blick das heutige Freizeitverhalten aufs Korn. Sie bietet hintergründige Denkanstöße und spiegelt mit ihrem humoristischen Kabarett-Programm „Schwächen umarmen“ das heutige Freizeitverhalten wider. Verspricht die minutiös durchgeplante Freizeit wirklich „positive Selbstoptimierung“ oder bedeutet sie nur „Stress pur“?

Die beiden Gesprächsabende werden auch diesmal von der Musikerin Alexandra Prinz begleitet, die mittelalterliche Musik auf historischen Instrumenten spielt. Der Eintrittspreis zu den Gesprächsrunden beträgt jeweils zwölf Euro pro Person.

Ein Imbiss und ein Rundgang durch die Ausstellung „Vom Holzklotz zum Meisterwerk“, bei der unter anderem auch hölzerne Kinderspielzeuge oder mittelalterliche Schachspiele gezeigt werden, sind dabei im Preis mit inbegriffen. Wegen der begrenzten Platzzahl sollten die Karten direkt beim Burgenmuseum unter Telefon 02427/6340 oder beim Amt für Familie, Senioren und Soziales Telefon 02421/221401 reserviert werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert