Aachen/Düren - Gerichtsverfahren: Entsetzen über wilde Schläge auf den Kopf des Opfers

Gerichtsverfahren: Entsetzen über wilde Schläge auf den Kopf des Opfers

Von: Wolfgang Schumacher
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Die 7. Große Jugendkammer am Aachener Landgericht nahm ein Verfahren wieder auf, in dem drei Männer einen versuchten Mord in einem Dürener Supermarkt begangen haben. Symbolfoto: dpa/Henning Kaiser Foto: dpa/Henning Kaiser

Aachen/Düren. Nach längerer Pause nahm am Donnerstag die 7. Große Jugendkammer am Aachener Landgericht (Vorsitz Richterin Melanie Theiner) ein Verfahren wieder auf, in dem es um nichts weniger als um einen gemeinschaftlich begangenen versuchten Mord in einem Dürener Supermarkt geht.

Die Tat vom 21. März dieses Jahres ereignete sich gegen 11.40 Uhr des Morgens in einem türkischen Geschäft in Düren. Die zwei älteren Täter Mehmet Y. (57) und Osman Y. (42) sollen laut der gegen sie erhobenen Anklage mit Hammer- und Beilschlägen im Eingangsbereich des Marktes auf einen Landsmann losgegangen sein. Dabei habe der erst 17-jährige Mehmet S. – wegen ihm wird die Sache vor einer Jugendkammer verhandelt – sich nicht direkt an der Tat beteiligt, sondern habe Schmiere gestanden.

Das Opfer hatte man wohl eher zufällig in dem Markt angetroffen, mit ihm hatte es im Juli 2016 eine Prügelei in Erftstadt gegeben. Für den Verhandlungstag am Donnerstag präsentierte die Kammer jene Videoaufnahmen, die in der Tatzeit in dem Supermarkt aufgenommen worden waren und in ausreichender Schärfe jenen überfallartigen Vorgang zeigten, bei dem das Opfer mit blutendem Kopf zurückgelassen wurde. Es war so schwer verletzt, dass es ins Krankenhaus musste.

Lebensgefahr bestand jedoch augenscheinlich nicht, da eine der Videosequenzen das Opfer später vor dem Markt zeigte, wie es stehend mit einem blutgetränkten Halstuch in der Hand vor dem Geschäft auf einen Krankenwagen wartete. Der überfallartige Angriff fand im Eingangsbereich vor der Kasse statt, wie auf den Aufnahmen zu sehen war.

Dabei kamen die beiden mutmaßlichen Täter mit den Schlagwerkzeugen in der Hand, die sie etwas versteckt hinter dem Rücken trugen, aus der Tiefe des Geschäftes, rannten an der Kasse vorbei und stürzten sich auf den dort im Eingangsbereich telefonierenden Mann und begannen wild und heftig auf seinen Kopf einzuschlagen, das Blut spritzte bis an die Wand. Dem Opfer kamen, wie deutlich zu sehen war, aus dem Inneren des Ladens andere Männer zu Hilfe. Wer das war, wurde am Donnerstag noch nicht erörtert.

Ihnen und dem Opfer selbst gelang es, die Täter in die Flucht zu schlagen. Entsetzte Kunden beobachteten dabei das brutale Geschehen aus sicherem Abstand. Der jüngste Täter machte am Donnerstag Angaben zu seiner Person, der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.

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