Gericht spricht 53-Jährigen vom Untreue-Vorwurf frei

Von: hp
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Vom Untreue-Vorwurf freigesprochen: Ein 53-jähriger Hürtgenwalder hatte immer wieder Geld vom Konto seiner an Demenz erkrankten Mutter abgehoben. Symbolbild: dpa

Kreis Düren. Das Dürener Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange ist am Dienstag Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefolgt und sprach einen 53-jährigen Hürtgenwalder frei. 38 Mal hat der Mann zwischen Juni 2014 und Januar 2015 Geld vom Konto seiner Mutter verwendet: eine Summe von 13.160,48 Euro. Ob die demente 83-Jährige dies realisiert hat, ist eher unwahrscheinlich.

Sie lebt in einer Heimbacher Senioreneinrichtung. Das Heim schickte dem Sohn im Frühjahr 2015 eine Forderung von 6026 Euro. Er forderte eine exakte Berechnung der Summe und zahlte nicht. Er war als einziges Kind zunächst der Betreuer der Mutter, hatte jedoch die Behörden gebeten, einen Berufsbetreuer mit der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen seiner Mutter zu beauftragen. Nur um die Gesundheitsfürsorge und die Aufenthaltsbestimmung wollte er sich kümmern.

Im Mai 2015 wurden die finanziellen Angelegenheiten der Frau einem Betreuer übertragen. Der bemerkte auf den Kontoauszügen von vor der Zeit seiner Arbeit zahlreiche unerklärliche Abbuchungen. So kam es zu der Anzeige wegen Untreue. Der 53-Jährige habe seine Befugnisse missbraucht und sich wirtschaftliche Vorteile verschafft, hieß es in der Anklage. Von den 13.160,48 Euro seien 6000 Euro an seine Tochter gegangen, die das Geld 2011 aus einer Versicherung von ihrer Oma versprochen bekommen habe, was schriftlich festgehalten war.

Ein Großteil des Restbetrages sei auf die Haushaltsauflösung entfallen. Er habe aber auch – wie früher – kleinere Beträge behalten, weil die Mutter und er ein „traumhaftes Verhältnis“ gehabt hätten. Er habe damit Weihnachtsgeschenke für die Familie bezahlt.

Nachdem der Heimbetreiber dem Gericht keinen konkreten Vertrag vorlegte und auch eher unpräzise antwortete, war der Untreue-Vorwurf nicht zu halten. Zumal der Angeklagte seine Zahlungsbereitschaft erklärte, sobald eine nachvollziehbare Berechnung des Seniorenheimes vorliege.

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