Gericht spricht 30-Jährigen frei

Von: Hartmut Prüss
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Düren. Ungesühnt bleibt ein Verbrechen, das sich am 21. Juli 2011 am Rudolph-Schock-Platz ereignete. Damals war am helllichten Tag gegen 16 Uhr ein 23-jähriger Mann aus Gürzenich Opfer eines Raubes geworden.

Mehr noch: Der Mann war mit einem Boxschlag in die Magengegend außer Gefecht gesetzt worden. Das Opfer hatte in Folge eines Schocks kurz nach dem Vorfall einen epileptischen Anfall erlitten. Deshalb könne er sich auch an viele Details nicht mehr erinnern, erklärte er vor Gericht seine Erinnerungslücken.

Entscheidend jedoch für den Verlauf des Prozesses vor dem Dürener Schöffengericht war, dass er den Angeklagten, einen 30-Jährigen, eindeutig entlastete. An jenem Tag hatte sich der 23 Jahre alte Mann, der nach eigenem Bekunden seinerzeit Patient der LVR-Klinik war, während einer Stadterkundung am Rudolph-Schock-Platz auf eine Bank gesetzt, um eine Zigarette zu rauchen.

Der Angeklagte sei mit zwei weiteren Männern zu ihm gekommen und habe bei ihm eine Zigarette schnorren wollen. Die habe er aber verweigert, weil er die Männer nicht kannte.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft waren die Vorwürfe gegen den 30-jährigen Angeklagten aus Düren allerdings deutlicher. Danach soll er das Opfer zunächst nach einer Zigarette gefragt und anschließend seinem Gegenüber mit der Faust in die Magengegend geschlagen haben, um ihm dann die Tasche mit persönlichen Papieren und der Busfahrkarte abnehmen zu können.

Danach hatten sich der Haupttäter sowie zwei unbekannte Komplizen vom Ort des Geschehens entfernt. Ungeklärt blieb der Verbleib der Geldbörse. Vor Gericht versicherte der Überfallene, dass der Angeklagte einer der besagten Männer war, aber nicht geschlagen habe.

Der Angeklagte, der Probleme mit dem Konsum von Alkohol und Drogen einräumte, beteuerte ebenfalls, dass er sich an die Vorkommnisse an diesem stark frequentierten Platz nicht erinnere.

Da das Opfer vorgelegte Fotos von Tatverdächtigen anders bewertete als damals bei der Vernehmung durch die Polizei, wurde die Beweisdecke zunehmend dünner. Auch zwei weitere Zeugen konnten zur Rekonstruktion der Ereignisse nichts beitragen.

Angesichts dieser Tatsachen beantragten Staatsanwältin und Verteidiger gleichermaßen Freispruch. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann folgte diesen übereinstimmenden Plädoyers und sprach den 30-Jährigen frei.
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