Düren - Gericht glaubt Geschichte vom geplanten Autokauf nicht

Gericht glaubt Geschichte vom geplanten Autokauf nicht

Von: hp
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Düren. Obwohl er bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, glaubte das Dürener Schöffengericht unter Vorsitz von Dr. Stephan Ebeling dem Angeklagten nicht.

Denn sämtliche Zeugenaussagen sowie verschiedene Indizien ließen keine Zweifel, dass der 31-Jährige aus Neuss, dem in einer Dürener Wohnung im März 2010 gewaltsam 8000 Euro abgenommen worden waren, mit dem Geld zwei Kilo Marihuana kaufen wollte. Nachdem der junge Mann im Prozess gegen die Räuber ausgesagt hatte, fand sich das Opfer von damals jetzt auf der Anklagebank wieder.

Mit 8000 Euro war er damals nach Düren gekommen und wurde in einer Wohnung von drei Unbekannten erwartet. Die Männer bedrohten ihn mit einer Gaspistole und verletzten ihn mit dem Schlag mit einem Ringschlüssel. Schließlich nahm man ihm das Geld ab.

Vehement behauptete das Opfer, er habe ein Auto kaufen wollen. Indessen sagten die Täter des damaligen Überfalls aus, der 31-Jährige habe Drogen kaufen wollen. Dies wiederum bezeichnete der Mann vom Rhein als Komplott, wahrscheinlich als Rache für seine Zeugenaussage.

Sehr ins Gewicht fiel jetzt die Aussage eines Zeugen aus Neuss, der bei der polizeilichen Vernehmung zunächst auch von einem Autokauf gesprochen hatte, diese Aussage nach Beratung von einem Rechtsanwalt aber korrigierte. Dem Schöffengericht erklärte er, dass er dem Angeklagten für ein geplantes Drogengeschäft eine Handynummer gegeben habe. Der Staatsanwalt erinnerte daran, dass alle anderen Zeugen bereits bei der ersten Vernehmung von einem Drogengeschäft gesprochen haben, und plädierte für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Der Verteidiger des 31-Jährigen forderte Freispruch. Das Urteil: zwei Jahre und sechs Monate.

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