Geplantes Millionenprojekt: Hallenbad mit 50-Meter-Bahn und Seeblick

Von: Jörg Abels
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Der Leitung des Dürener Service Betriebs schwebt vor, das neue Hallenbad auf dem Fundament der bisherigen „Badeseebrücke“ zu errichten, so dass die Badegäste einen schönen Blick über den See genießen können. Foto: Jörg Abels
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Der DSB will das 1971 erbaute Hallenbad Jesuitenhof nicht für geschätzte sieben bis zehn Millionen Euro sanieren, sondern am Badesee neu bauen. Foto: Jörg Abels

Düren. Wassergymnastik im Hallenbad mit Blick auf den Badesee, Wettkämpfe auf einer 50-Meter-Bahn und Trainingscamps mit Jugendlichen, die in einem Jugendgästehaus untergebracht sind: Wenn es nach Richard Müllejans und Horst Frisch, den Betriebsleitern des Hallenbad- und Badeseebetreibers Dürener Service Betrieb (DSB) geht, könnte dieses Szenario schon in wenigen Jahren an „Dürens Adria“ Realität werden.

Sie planen den Neubau eines Hallenbades am Badesee.

Und sie haben gute Argumente für das Millionenprojekt, schließlich müsse die Stadt zwingend ein Bad für den Schwimmunterricht vorhalten. Das 1971 errichtete Hallenbad Jesuitenhof weist nach fast 45 Jahren erhebliche Mängel auf und müsste aufwendig saniert werden. Müllejans und Frisch rechnen mit Kosten von sieben bis zehn Millionen Euro.

Schon jetzt muss der DSB jährlich rund 100.000 Euro in das Bad stecken, um die gröbsten Mängel zu beseitigen. „Trotzdem stehen an einigen Stellen Eimer, weil Wasser eindringt“, berichtet Müllejans von einer unbefriedigenden Situation. Als zweites gewichtige Argument für einen Neubau führt die DSB-Spitze die historisch niedrigen Kreditzinsen an. „Wir sind der Meinung, dass wir die Gunst der Stunde nutzen müssen“, betont Müllejans.

Die Idee: Am Badesee soll auf dem Fundament der im Volksmund „Badebrücke“ genannten Holzkonstruktion ein neues Bad entstehen, ein Sportbad mit der von den Vereinen seit Jahren geforderten 50-Meter-Bahn, einer attraktiven Saunalandschaft und – als kleinem Bonbon – einer Wasserrutsche hinab in den Badesee. Die Badegäste sollen das Gefühl haben, auf den See hinauszuschwimmen.

Müllejans und Frisch sind nach ersten Blicken in die Statik zuversichtlich, dass dies möglich ist. „Ursprünglich sollte auf der ‚Badebrücke“ vor 40 Jahren noch eine weitere Etage draufgesattelt werden für ein Restaurant“, erklärt Frisch. Entsprechend stabil sei das Betonfundament. Aber auch, wenn es nicht genutzt werden könnte, würde die Idee nicht platzen. „Ein neues Fundament würde Mehrkosten von 400.000 Euro bedeuten“, betont Müllejans.

Schon im Zuge der Übernahme des Hallenbads Jesuitenhof von den Stadtwerken hatten Müllejans und Frisch 2011 über einen Neubau nachgedacht. Damals legten sie die Pläne aber wieder zu den Akten. Aus dem Kreis der Senioren kam der Einwand, sie könnten das Hallenbad dann nicht mehr erreichen, weil der Badesee trotz seiner jährlich bis zu 70.000 Besucher bis heute nicht an das Busliniennetz angeschlossen ist

Die Lösung dieses Problems haben Müllejans und Frisch aber auch schon parat: Sie wollen den „Dürener Badebus“ ins Leben rufen, der die Badegäste für einen Euro pro Fahrt im Ringbussystem zum Badesee-Hallenbad und wieder zurück bringen würde – ein Bürgerbussystem, in dem ehemalige DSB-Mitarbeiter als Fahrer fungieren könnten.

Der DSB sieht weitere Synergieeffekte. Das Personal würde am Badesee zentriert, beheizt werden könnten Hallenbad und Sauna mit einem Holzhackschnitzel-Kraftwerk. Rund 10.000 Tonnen der Holzreste fallen jährlich beim DSB in der Grünpflege an, die nicht immer kostendeckend vermarktet werden können, erklärt Müllejans, der sich auch weitere energetische Projekte wie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hallenbades vorstellen kann.

Derzeit lässt der DSB noch verschiedene Badvarianten prüfen, im kommenden Frühjahr soll feststehen, welches Modell umgesetzt werden soll und wie teuer das Projekt würde. „Bis Mitte 2016 streben wir einen politischen Beschluss an, um noch von den günstigen Kreditzinsen profitieren zu können“, erklärt Müllejans, der sich mit der Verbindung von Hallenbad und See und einer attraktiven Saunalandschaft auch deutlich mehr Besucher erhofft.

Bislang seien die Reaktionen der Politik positiv gewesen. Müllejans rechnet mit einer Investitionssumme von bis zu 20 Millionen Euro, vergleichbar der Rathaussanierung. Er will aber nur mit einer Festpreisgarantie bauen. Wenn der Stadtrat die Investition bewilligt und bereit ist, den jährlichen Betriebskostenzuschuss, den der DSB am Jesuitenhof auf gut 700.000 Euro mehr als halbiert wird, wieder zu erhöhen, könnte der Neubau 2018/19 Realität werden.

Danach würde das Jesuitenhofbad abgerissen und das Gelände vermarktet. Der DSB geht davon aus, dass er den Kaufpreis und die Abrisskosten bei einem Verkauf zumindest refinanzieren kann.

Müllejans und Frisch haben noch weitere Ideen für den Badesee, beispielsweise den Bau einer Lade- und Verleihstation für E-Bikes (Pedelecs). Auf dem bisherigen Zeltplatz könnte zudem ein Jugendgästehaus oder eine Jugendherberge entstehen, in denen zum Beispiel Teilnehmer für Schwimmlehrgänge auf der 50-Meter-Bahn untergebracht werden könnten. „Das aber würden wir nicht selber umsetzen, sondern nur mit einem Partner“, kündigt DSB-Chef Müllejans an.

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