Geologen graben nach den Spuren alter Erdbeben

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
grabung-bu
Auf Spurensuche: Diplom-Geologe Simon Kübler von der Ludwig-Maximilians-Universität München sucht auf einem Feld nach Hinweisen auf frühere Erdbeben in der Region. Foto: A. Gabbert

Obermaubach/Untermaubach. Es ist keine neue Straße, kein neues Baugebiet und auch kein Bungalowpark, was da zwischen Ober- und Untermaubach erschlossen wird. Vielmehr handelt es sich um Grabungsarbeiten im Auftrag der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Es geht um geologische und geophysikalische Untersuchungen mit dem Ziel, den Zeitpunkt und die Häufigkeit von Erdbeben in der Niederrheinischen Bucht zu bestimmen.

„Uns geht es nicht um die Vorhersage von zukünftigen Erdbeben, sondern darum, was in der Vergangenheit passiert ist. Wir wollen die Erdbebengeschichte in der Niederrheinischen Bucht detaillierter erforschen”, erklärt Diplom-Geologe Simon Kübler.

Die Ackerfläche südlich von Untermaubach wurde zum Forschungsobjekt, nachdem an der Uni Potsdam durch Luftbilder und Geländebeobachtungen Hinweise auf eine geologische Struktur entdeckt wurden, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf ein Erdbeben zurückzuführen ist.

Die Forscher wissen von einem Erdbeben im Jahr 1756 mit dem Epizentrum in Düren. Nun wollen sie herausfinden, ob das Beben nur tief in der Erde rumort hat, oder ob es, wie Kübler sagt, „die Oberfläche durchbrochen hat”.

Dies geschehe nur ab einer bestimmten Stärke. Und da bislang noch nicht eindeutig festgestellt sei, ob in der Niederrheinischen Bucht in den vergangenen 10.000 Jahren Erdbeben in einer Stärke aufgetreten sind, die Oberflächen-Rupturen erzeugt haben, versuche man nun herauszufinden, ob dies der Fall war.

Dazu haben die Forscher einen „geologischen Schürfgraben” angelegt, um Brüche in den verschiedenen Sedimentschichten zu untersuchen und zu datieren. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Störungsprofilen und Verwerfungen.

Der Graben ist rund 45 Meter lang und an der Oberfläche acht bis neun Meter breit. Bislang reicht die Tiefe des Grabens bis zur Obergrenze des Grundwassers. In der nächsten Woche wollen die Forscher bis in eine Tiefe von vier Metern vorstoßen. Dazu muss das Grundwasser durch eine Brunnenbaufirma abgesenkt werden.

„Die Störungen können theoretisch eine Tiefe von mehreren Kilometern erreichen. Je tiefer wir vordringen, desto besser sind die Ergebnisse und die Vergleichsmöglichkeiten”, erläutert Kübler.

Ursprünglich sollten die Arbeiten in vier bis fünf Wochen abgeschlossen sein, mittlerweile planen die Geologen aber zwei Wochen mehr ein. Danach wird der alte Zustand des Geländes wiederhergestellt. Ein paar interessante Funde haben die Forscher schon gemacht. „Die können wir aber noch nicht vorstellen, die ersten Ergebnisse werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben”, kündigt Kübler an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert