„Gentle Mind” steht beim Wettbewerb Emergenza im NRW-Finale

Von: Tobias Röber
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Das ist „Gentle Mind”: Falko
Das ist „Gentle Mind”: Falko Richter (Gitarrist und Gentleman), Dirk Mock (Schlagzeug), Micha Scheffler (Sänger und Texter), Philip Göbbels (Bassist), Katrin Scheffler (Background-Sängerin) und Keyboarder Marcus Damrau (von links).

Schlich. Manchmal schreibt das Leben witzige Geschichten. Marcus Damrau erinnert sich noch. Vor vielen Jahren lernte er den elf Jahre jüngeren Micha Scheffler kennen. Wie es der Zufall so wollte, sang Micha Scheffler dem musikbegeisterten Marcus Damrau etwas vor.

„Ich habe damals gleich gedacht, dass er mal etwas mit Musik macht”, sagt Damrau. Er sollte Recht behalten. Dieses „etwas” ist in der Band „Gentle Mind” aufgegangen, in der die beiden sich wiedergetroffen haben. Die Gruppe hat das NRW-Finale des Musikwettbewerbs Emergenza erreicht

Unterschiedlicher können die Mitglieder kaum sein. Katrin Scheffler, die gerade eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert, ist gerade einmal 22 Jahre alt, Produktionsmechaniker Marcus Damraus schon 39. Micha Scheffler (28) ist Pfleger, Falko Richter (34) Anwalt, Philipp Göbbels (33) IT-Berater, und der 31-jährige Dirk Mock ist Schreiner. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: die Liebe zur Musik und zu ihrer Band „Gentle Mind”.

Der Erfolg - und das Erreichen des NRW-Finales ist sicher ein großer - kommt für „Gentle Mind” schon ein wenig überraschend. Erst seit Anfang 2011 gibt es die Band in der Besetzung. Mit Musik hatten alle bereits vorher mehr oder weniger zu tun, einige haben auch bereits in anderen Gruppen zusammen musiziert. Schnell entstanden erste eigene Lieder.

Micha Scheffler gilt als der Schreiber der Texte. Vieles von ihm ist sicher auch in den Liedern, allerdings bringen sich alle Bandmitglieder ein. Die Lieder sind inzwischen meist in deutscher Sprache. Die Rock- und Poplieder handeln von Liebe, vom Leben, von Herzschmerz und Spaß. „Hauptsächlich sind es eigene Erfahrungen”, sagt Micha Scheffler. So richtig in eine Schublade lässt sich „Gentle Mind” nicht stecken.

Über viel Bühnenerfahrung verfügte „Gentle Mind” vor Beginn des Emergenza-Festivals nicht. Dort gestartet sind die sechs Musiker auch hauptsächlich, um sich Publikum überhaupt einmal präsentieren zu können. Nun ist wesentlich mehr draus geworden. Es sei schwierig, an Auftritte zu kommen”, sagt Scheffler. Vor allem, wenn man keine Coverband sei.

Natürlich träumen die Musiker, die in Schlich proben, davon, auch das NRW-Finale zu gewinnen. Ein weiterer Traum ist ein eigenes Album. Davon ist die Band jedoch noch ein Stückchen entfernt. In der gewünschten Qualität ist es „Gentle Mind” derzeit zu teuer. Aber wer weiß: Die Musiker hätten auch nicht gedacht, dass sie unter die besten 14 Bands in NRW kommen. Das Finale steigt am 30. Juni, in der Kölner Live Music Hall.

Das weltweit größte Festival von Melbourne bis nach Montreal

Das Festival entstand 1992 in Rom, als mehrere Bands einen Wettbewerb organisierten und eine größere Halle anmieteten. Nachdem sich das Konzept bewährte und immer neue Städte und Länder integriert wurden, findet es 2011/2012 zum 20. Mal in mittlerweile rund 150 Städten in Europa, Nordamerika, Asien und Australien statt, unter anderem London, New York, Berlin, Tokio, Moskau, Stockholm, Rom, Paris, Wien, Montreal, Madrid, Oslo, Helsinki, Melbourne, Brüssel, Amsterdam, Zürich, Prag, Budapest, Warschau, und Kopenhagen.

Allein Deutschland ist mit sechs Regionen (Nord, Ost, West, Mitte, Südwest und Süd) und somit etwa 20 Städten am Start. Emergenza ist damit das weltweit größte Live Band Festival für Bands, die noch keinen Plattenvertrag haben.

In der Saison 2010/11 präsentierten sich allein in Deutschland mehr als 650 Bands vor über 120.000 Zuschauern. Die drei besten Bands gewinnen im Rahmen des Deutschen Finales in Berlin die Fahrt zum internationalen Finale, das wie die vergangenen Jahre im Rahmen des Festivals Taubertal Open Air in Süddeutschland stattfindet, und treten dort zusammen mit den Emergenza Bands aus 18 Nationen auf.

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