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Geniale römische Ingenieurkunst

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
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So sieht die römische Wasserleitung im Tunnel aus: Ein Stück, geborgen bei Inden/Altdorf, wird von Klaus Schnitzler, Dr. Klaus Grewe, Achim Konejung und Petra Tutlies exemplarisch vorgestellt. Foto: Schröder

Drove. Mit den Füßen begreifen, wie die Römer das Problem Wasserleitung lösten - darin sieht Dr. Klaus Grewe, Archäologe beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), den Sinn des Drover-Berg-Tunnel-Wanderweges, der am Sonntag, 13. September, um 11 Uhr feierlich eröffnet wird.

Der 1660 Meter lange Tunnel führt durch die Drover Heide und hat vermutlich eine römische Villa Rustica im Raum Froitzheim mit Wasser versorgt.

„Dieser Tunnel ist ein hochtechnisches Denkmal und der wohl längste Wassertunnel der Römer nördlich der Alpen”, betonen Dr. Grewe und Petra Tutlies, die Leiterin der Außenstelle Nideggen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege.

Die Fachleute sprechen von der „genialen Ingenieurkunst der Römer”. Die unterirdische Wasserleitung von der Quelle bis zu der noch nicht ermittelten Villa Rustica ist in 120 Baulose aufgeteilt, wobei Vortriebe von zwölf bis 27 Metern gesichert wurden.

„Diese Spezialisten waren bei den Römern nur im Militär vorhanden”, mutmaßt Dr. Grewe und schätzt den Bauherrn als einen vermögenden Mann ein, der sich den aufwändigen Tunnel durch den Drover Berg leisten konnte.

„Die Römer waren verliebt in den Luxus Wasser”, wissen die Archäologen. Die Leitung, deren Verlauf vom Heiligen Pütz aus bis nach Soller verfolgt werden kann, besteht aus einer Gussbetonrinne mit lichten Weiten zwischen 20 und 24 Zentimetern sowie 26 Zentimetern Höhe.

Abgedeckt waren sie mit Dachziegeln und mit Ton verfüllt, um das Eindringen von Sickerwasser zu verhindern. Der Leitungsverlauf ist durch eingesackte Tunnelschachtverfüllungen an der Oberfläche erkennbar. An fünf Stellen wurden Leitungen und Schächte freigelegt.

Der Bergtunnel ist für die Experten der einzige erhaltene Tunnel aus römischer Zeit. Der Wanderweg soll nun die Bevölkerung für dieses technische Denkmal sensibilisieren. Hinweistafeln, von Auszubildenden der Nideggener Firma Wollbrandt in ihrer Freizeit gefertigt, geben Erklärungen.

Ein Flyer ist an touristischen Informationspunkten erhältlich, und Achim Konejung hat mit seiner Stiftung einen Multimedia-Historyguide geschaffen, der übers Internet auf Videohandys heruntergeladen werden kann.

Der Drover Geschichtsverein ist bemüht, unweit der Quelle an einem freigelegten Leitungsstück einen Informationspunkt zu errichten. Wie Vorstandsmitglied Klaus Schnitzler erklärte, ist die Planung fertig. Die Finanzierung des 60.000 Euro teuren Projekts ist allerdings noch nicht gesichert.
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