Kreis Düren - Gemeinden planen zusätzliche Salzsilos

Gemeinden planen zusätzliche Salzsilos

Von: ja/sj/sis
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Wegen der Schneemassen waren die Räumdienste im Dauereinsatz. Während sich die Gemeinde Hürtgenwald bereits im Vorfeld vertraglich die Hilfe eines Landwirts gesichert hatte, denken jetzt auch Kommunen wie Niederzier darüber nach, in Zukunft verstärkt private Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Foto: Johnen

Kreis Düren. Das Schneechaos der vergangenen Woche hat für reichlich Gesprächsstoff gesorgt und wird mancherorts Konsequenzen haben. Verärgert waren nicht nur viele Dürener, auch in der Gemeinde Niederzier häuften sich die Klagen frustrierter Anwohner.

Bürgermeister Hermann Heuser kann den Ärger verstehen, stellt sich aber schützend vor sein Bauhof-Team, das über Wochen an der Belastungsgrenze gearbeitet habe, mangels Salz aber machtlos war. Der Vorrat der Gemeinde von immerhin 52 Tonnen war vor Weihnachten aufgebraucht.

„Deshalb überlegen wir jetzt, ein weiteres Silo zu errichten”, erklärt Heuser und schließt sich der Forderung nach einer nationalen Salzreserve an, damit Lieferengpässe wie in den vergangenen Tagen der Vergangenheit angehören. Zudem überlegt Heuser einen zusätzlichen Schneepflug insbesondere für kleine Seitenstraßen anzuschaffen, in denen die beiden drei Meter breiten Pflüge der Gemeinde einfach nicht mehr durchkommen.

Und Heuser räumt selbstkritisch ein, aus Kostengründen mit Blick auf den Gebührenzahler zu spät über externe Hilfe nachgedacht zu haben. Erst als sich die zunächst festgefahrene Schneedecke vielerorts in eine holprige Eispiste verwandelt hatte, griff Heuser auf Lohnunternehmer zurück. Seitdem entspannt sich die Lage allmählich, zumal die Gemeinde kurz vor dem Jahreswechsel auch endlich die vor Monatsfrist bestellte Salzlieferung erhielt.

Ein Salzsilo für 25 Tonnen hat die Gemeinde Vettweiß bestellt, die damit ihre Lagerkapazitäten auf 50 Tonnen erweitern möchte. „Wir überlegen derzeit, noch ein weiteres Silo zu ordern”, sagt Peter Hüvelmann, Fachbereichsleiter Bauwesen, auf Anfrage der DZ. Die Anschaffung weiterer Arbeitsgeräte und Fahrzeuge sei nicht geplant. „Das könnten wir alles auf die Gebühren umlegen, aber der Bürger ist schon genug belastet”, findet Hüvelmann. In Richtung Salzlieferanten und Händler richtet er folgende Frage: „Wieso sind Sie nicht in der Lage, das bestellte Salz auch zu liefern?”

„Alleine hätten wir das nicht gepackt”, zieht Günter Zimmermann, Leiter des Bauhofs der Gemeinde Hürtgenwald, nach den ersten Winterwochen eine Zwischenbilanz. Das Konzept, sich bereits vor Wintereinbruch vertraglich Unterstützung von einem Landwirt zugesichert zu haben, sei voll aufgegangen. So unterstützte der Landwirt als Lohnunternehmer beispielsweise mit zwei Schneepflügen, Schleppern und mehreren Anhängern die kommunalen Räumdienste. „Es wären auch noch weitere Reserven vorhanden gewesen”, sagt Zimmermann.

Eine Konsequenz dürfte der zweite schnee- und eisreiche Winter in Folge in der Gemeinde Hürtgenwald haben: Die Lager des Bauhofs waren mit 200 Tonnen Salz bis unters Dach gefüllt. Doch angesichts der klimatischen Veränderungen sei eine solche Menge nicht ausreichend. „Wir überlegen, die Hallen zu vergrößern oder ein Silo zu bauen”, berichtet Zimmermann. So könne die Gemeinde in der Vorsaison auch von einem günstigen Einkaufspreis profitieren. Das Streumaterial lasse sich je nach Bedarf auch problemlos zwei bis drei Jahre lagern. Derzeit seien übrigens noch etwa 30 Tonnen Salz vorhanden. „Das reicht bei diesen Wetterbedingungen bis Donnerstag”, rechnet Zimmermann vor. Bereits am 10. Dezember habe er neues Salz geordert. Der Bauhofleiter hofft, dass die Lieferung vor dem nächsten Schneefall eintrifft.

Mit bis zu fünf Schneepflügen waren die Mitarbeiter einer Bogheimer Firma, die seit Jahren für den Winterdienst in der Gemeinde Kreuzau zuständig ist, teilweise ununterbrochen im Einsatz, um der Schneemassen Herr zu werden. „Früher war unser Bauhof, als er noch zuständig für den Winterdienst war, mit einem Fahrzeug unterwegs, jetzt reichen fünf Pflüge nicht”, stellte Walter Stolz, der Allgemeine Vertreter des Kreuzauer Bürgermeisters, fest. Die Folge: Die Kommune beauftragte weitere Firmen, die matschigen, aber auch noch vereisten Schneebestände in allen Ortsteilen von den Fahrbahnen zu räumen.

Wie in Niederzier war in Kreuzau das fehlende Salz das Problem. Der Winterdienst behalf sich mit Granulat. Das war einfach zu bekommen, taute das Eis aber nicht auf. Und so werden sich auch die Kreuzauer Gedanken machen, wie in Zukunft die Arbeitsabläufe optimiert werden können und ob zusätzliche Lagerkapazitäten geschaffen werden müssen. Allerdings erwartet Walter Stolz auch, dass die Mitarbeiter der Räumfirma nicht beschimpft und mit Schneebällen beworfen werden, wie dies vereinzelt geschehen sei.
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