Gemeinde erwägt Fernwärmekonzept für neues Baugebiet

Von: Jörg Abels
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Auf dem Areal zwischen Oberzier und Niederzier soll unweit der Gesamtschule der neue „Wohnpark Weiherhof“ mit insgesamt 42 Bauparzellen entstehen. Foto: Abels

Oberzier. Die Lage ist attraktiv. Zwischen Oberzier und Niederzier entsteht der „Wohnpark Weiherhof“ – unweit des Versorgungszentrums „Neue Mitte“ und der Gesamtschule. Aschenplatz, Grünfläche und Skaterbahn sollen Platz machen für 42 Bauparzellen. Schon jetzt sind die Grundstücke heiß begehrt.

„Die Nachfrage übersteigt bereits das Angebot“, erklärt Bürgermeister Hermann Heuser (SPD). Neben 39 Einfamilienhäusern auf Grundstücken zwischen 460 und 650 Quadratmetern sind auch drei Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Das gesamte Baugebiet soll möglichst klimaschonend und damit CO2-neutral gestaltet werden. Das ist das Ziel von Politik und Verwaltung, zumal alle Bauherren mit der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) ohnehin angehalten sind, den Energieverbrauch bei Neubauten noch einmal deutlich zu senken. Daher steht aktuell zur Diskussion, das Gebiet komplett über ein Fernwärmenetz zu versorgen.

Betreiber könnte die Stolberger EWV sein. Einziges Problem: Die Gemeinde müsste für das komplette Gebiet einen Anschluss- und Benutzungszwang ausweisen, das heißt: Bauherren wären gezwungen, Wärme und Warmwasser über das Fernwärmenetz der EWV zu beziehen. Den eigenen Strombedarf hingegen könnten sie weiterhin individuell abdecken, beispielsweise über eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach.

Ein EWV-Vertreter warb im Bauausschuss für das Fernwärme-Modell, das – laut EWV-Berechnungen – mit Investitionskosten von rund 20.000 Euro pro Haushalt deutlich günstiger sei als zum Beispiel eine Wärmepumpe oder der Einbau eines hausinternen Blockheizkraftwerks. Und auch die Betriebskosten seien geringer als bei alternativen Modellen, versicherte der EWV-Vertreter. Dazu komme, dass sich kein Hausbesitzer mehr um die Wartung seiner Heizungsanlage kümmern müsse und den sonst üblichen Heizungsraum im Haus anderweitig nutzen könne.

„Wir wissen, dass der Anschlusszwang in die Hoheit der Bauherren eingreift“, betont Heuser, der ansonsten kein Freund von restriktiven Vorgaben in Bebauungsplänen ist. „Die entscheidende Frage wird sein, wollen wir als Gemeinde auf das Attribut klimafreundlich setzen und auf die Technik der Zukunft, oder nicht.“ Bis zur Ratssitzung Ende September hat die Politik nun Zeit, sich zu positionieren.

Die EWV würde ihrerseits das Fernwärmenetz über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk betreiben, an das zum Beispiel auch die Gesamtschule angeschlossen werden könnte, sowie ein neues Feuerwehrgerätehaus und ein weiterer Kindergarten, die seitens der Gemeinde auf dem Areal zwischen Gesamtschule und dem bestehenden Discounter Netto geplant werden.

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