Gemälde, Technik und Zukunftsmenschen

Von: Carsten Rose
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Gabriele Plaß hat vorausgedacht: Bereits vor 20 Jahren (rechtes Bild) hat sie sich mit der Frage beschäftigt „Was macht die Technik mit uns und unseren Köpfen?“ Dieses Thema greift Pfarrer Dirk Siedler im Vernissage-Gottesdienst am Sonntag auf. Foto: Carsten Rose

Düren. Die analoge Kunst, das Malen mit Acryl oder Aquarell, ist eine Gelegenheit, die technisierte Welt kurz zu vergessen. Kann man so machen. Die Dürener Künstlerin Gabriele Plaß, 83, verbindet beides: das Analoge mit modernen Technik. Diese jedoch verpackt in der Frage „Was macht sie mit uns?“

In ihrer Ausstellung „Menschenbilder – Lebenswege“ mit gut 50 Werken zeigt sie exemplarisch ein Porträt eines Mannes, der in seinem Arbeitsleben eine rasante technische Entwicklung erlebt hat. Malerisch hat Garbriele Plaß technische Elemente wie einen Strommast oder eine Turbine dort platziert, wo diese den Mann immer begleitet hatten: in seinem Kopf. Das Bild ist eine symbolische Antwort auf die Frage, mit der sich ihre Kunst beschäftigt. 20 Jahre ist dieses spezielle Porträt alt, schon damals hat sich Gabriele Plaß mit dem Thema auseinandergesetzt.

Mythos und Technik

„Ich bin dankbar, dass durch die Ausstellung über den Mythos Technik gesprochen wird. Ich wünsche mir ehrliches Echo von den Besuchern“, sagt Gabriele Plaß. Die Vernissage ist mit einem Gottesdienst samt Abendmahl verbunden. Hierbei greift Pfarrer Dirk Siedler anlehnend die Frage nach dem Zukunftsmenschen auf; im Mittelpunkt steht das Triptychon „Mythos und Technik“.

„Theologisch bedeutet das Thema: Was macht der Mensch mit Gottes Schöpfung?“, sagt Siedler. Er wolle sich biblisch damit auseinandersetzen, um eine Bewusstseinsbildung für den Umgang mit Technik – „sinnvoll, nicht ablehnend“ – anzuregen. „Die Kunstwerke stehen in Beziehung zur Gesellschaft. Wo findet der Mensch bei der Technik noch seine Freiräume. Wie kann er leben, ohne unterzugehen?“ Die Bilder würden in der Nähe zur Diakonie-Beratungsstelle die richtigen Fragen aufwerfen

Gabriele Plaß malt seit 33 Jahren quasi ununterbrochen, ihr Talent erkannte sie mit 16. Unter anderem hat sie acht Jahre beim Dürener Künstler Josef Ferdinand Seitz gelernt. Ihr Portfolio zählt nach eigener Angabe an die 1000 Bilder, dazu hat sie über 30 Mal ausgestellt. Ein Buch mit 202 Porträts habe ihr nochmals gezeigt: Trotz Technik bleiben Gesichter zum Glück noch einzigartig.

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