Düren - Gelenkverschleiß kann jeden treffen

Gelenkverschleiß kann jeden treffen

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Stellten sich ihrem Publikum zum Gespräch über den Gelenkverschleiß: Dr. Guido Dohmen, AOK-Geschäftsstellenleiter Hans-Willi Meissen, Orthopäde Wolfgang Bartels und Chefarzt Dr. Jörn Hillekamp. Foto: Hahn

Düren. Da hatten die Allgemeine Ortskrankenkasse Rheinland (AOK) und das Lendersdorfer St.-Augustinus-Krankenhaus mit ihrer Veranstaltung merklich die Bedürfnisse der Patienten und solcher Menschen, die es lieber nicht werden wollen, angesprochen: Bis fast auf den letzten der rund 300 Plätze war der Saal der Evangelischen Gemeinde Düren gefüllt, als drei Ärzte das Thema „Gelenkverschleiß” zur Sprache brachten.

Gesundheitsexperte und AOK-Geschäftsstellenleiter Hans-Willi Meissen machte deutlich: „Jeder kann betroffen sein, denn jeder besteht aus Gewebe, das irgendwann verfällt”, gab er zu bedenken - und schob wenig später noch eine Information aus der Praxis nach: „Das Thema âGelenkverschleiß´ besitzt im klinischen Betrieb die höchste Relevanz.”

Im Grunde nicht heilbar

Die weitere Moderation lag beim Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Lendersdorfer Krankenhaus, Dr. Jörn Hillekamp. Noch bevor er seinem niedergelassenen Kollegen Dr. Guido Dohmen aus Düren das Wort übergab, lobte er die „erfolgreiche Zusammenarbeit mit der AOK”, in deren Zuge die Lendersdorfer zwei Mal im Jahr zu Arzt-Patienten-Foren einladen. Dr. Dohmen seinerseits leistete elementare Aufklärungsarbeit - was ihm, wie auch Hillekamp und dem dritten Orthopäden im Bunde, Wolfgang Bartels (Kreuzau), sehr gut gelang.

Arthrose, die häufigste Form des Gelenkverschleisses, sei eine degenerative, im Grunde nicht heilbare Erkrankung, die alle Gelenke betreffen kann, stellte Dohmen klar. Ohne Therapie sei eine weit gehende Unbeweglichkeit des Betroffenen eine mögliche Folge. Ursachen seien Übergewicht, voraus gegangene Verletzungen und erbliche Faktoren. Bei alldem sei ein Aufenthalt im Krankenhaus keineswegs unausweichlich: „Die konservative Therapie ist inzwischen fast so wichtig wie die operative.” Viel, so der Mediziner weiter, könne schon in den Praxen von Ärzten und Physiotherapeuten vor Ort getan werden.

Einen originellen Ansatz steuerte Kollege Wolfgang Bartels bei - wobei der Kreuzauer offen bekannte, viele Anregungen seiner Frau, einer Neurologin und Psychotherapeutin, zu verdanken. In asiatischen Kulturen gehöre das Mitgefühl das Arztes wesentlich zur Therapie. Eine ganzheitliche Sicht sei nötig, befürwortete Bartels, der auch traditionelle chinesische Medizin in seine Arbeit mit einbezieht: „Der Arzt heilt nicht - er stellt nur den Raum zur Verfügung, in dem Heilung stattfindet.”

Chefarzt Dr. Hillekamp rückte das Geschehen in und um den Operationssaal in den Mittelpunkt - wobei für das Einsetzen von künstlichen Knie-, Schulter- und anderen Gelenken ein Prinzip gelte: „Den Zeitpunkt für das Einsetzen einer Endoprothese bestimmt nicht der Arzt - den bestimmt der Patient” mit Hinblick auf seine Schmerzen. Sei der Weg in den OP unvermeidlich, gebe es eine Reihe von Möglichkeiten.

Ein intensiver Dialog zwischen Patienten und Ärzten schloss sich an, und es wurde deutlich: Da sprachen keine „Halbgötter in Weiß” zum Publikum. Es war ein Austausch von Mensch zu Mensch, zwischen denen, die Hilfe brauchen, und jenen, die sie leisten.
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