Rölsdorf - Geldhahn zugedreht: Ofenbauer Elino meldet Insolvenz an

Geldhahn zugedreht: Ofenbauer Elino meldet Insolvenz an

Von: Jörg Abels
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Vor zehn Monaten noch blickten die Elino-Chefs Philippe Blandinières und der damalige Geschäftsführer Dieter Schäufler (r.) optimistisch in die Zukunft. Foto: Abels

Rölsdorf. Vier Jahre nach der Übernahme durch die französische PLC-Gruppe ist der Rölsdorfer Industrieofenbauer Elino erneut zahlungsunfähig. Die Geschäftsführung hat beim zuständigen Amtsgericht Aachen Antrag auf Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. 137 Mitarbeiter sind betroffenen.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Dürener Rechtsanwalt Dr. Mark Boddenberg bestellt, der auch beim Premium-Papierhersteller Zanders am Ruder sitzt.

Warum das Unternehmen, das nach eigenen Angaben weltweit einer der führenden Hersteller von Wärmebehandlungs- und gastechnischen Anlagen ist, erneut in finanzielle Schieflage geraten ist, konnte Boddenberg am Mittwoch auf Anfrage noch nicht einschätzen. Er müsse sich erst ein Bild von der Situation machen. „Ich kann derzeit nur so viel sagen: Die beteiligten Banken haben ihr Engagement gekündigt.“

Mit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist der Geschäftsbetrieb erst einmal gesichert. Bis Juni erhalten die Mitarbeiter Insolvenzgeld. Der Geschäftsbetrieb werde derzeit uneingeschränkt aufrechterhalten, laufende Projekte würden weiter bearbeitet und ausgeliefert, teilten Boddenberg und der bisherige Geschäftsführer, der Franzose Philippe Blandinières, mit.

Sie streben eine schnelle Sanierung des Unternehmens an. Nach Aussage Boddenbergs gibt es bereits Kaufinteressenten, mit denen so schnell wie möglich Gespräche geführt werden sollen. Zu etwaigen Auswirkungen auf die Belegschaft wollte sich Boddenberg am Mittwoch nicht äußern. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt zu früh.

Die Nachricht der neuerlichen Insolvenz kam für Außenstehende überraschend. Gerade einmal zehn Monate ist es her, da feierte der Rölsdorfer Industrieofenbauer mit einem großen Empfang nicht nur seinen 80. Firmengeburtstag. Der damalige Geschäftsführer Dieter Schäufler berichtete auch von einem Rekordumsatz im Jahr 2012 und verschwendete kein Wort mehr an die Insolvenz Anfang 2010, ausgelöst durch die finanzielle Schieflage des damaligen Mutterkonzerns. Nach der Übernahme durch die französische PLC-Gruppe war es wieder bergauf gegangen.

Die Belegschaft war wieder von 113 auf 140 angewachsen, 750 000 Euro wurden in die Modernisierung des Technikums investiert. Auch wenn die Auftragsbücher seinerzeit nur für gut drei Monate gefüllt waren, bräuchten sich die Mitarbeiter keine Angst um die Zukunft zu machen, betonte Schäufler damals. Jetzt ist es anders gekommen. Schäufler hat das Unternehmen allerdings im Dezember verlassen, offenbar aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die künftige Strategie.

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