Geistiger Heiler? Helmut Geppert und die Welt des Okkulten

Von: Christoph Hahn
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Eine Skizze von der Wohnung reicht Helmut Geppert nach eigener Auskunft - seine Arbeitsweise beruhe auf Fernwirkung, sagt er. Foto: Hahn

Krauthausen. Kristallkugeln und andere Gegenstände aus der Welt des Okkulten wird der Besucher in der Wohnung von Helmut Geppert vergeblich suchen. Einen Auftritt wie die TV-Kandidaten bei „The Next Uri Geller” liefert der Unternehmer im Ruhestand ebenso wenig.

Dabei geht es dem 71-Jährigen aus Niederzier-Krauthausen durchaus um Kräfte, an die nicht jeder Mensch glaubt.

Erdstrahlen und Wasseradern

Er arbeitet als „geistiger Heiler” und spürt als Radiästhet Erdstrahlen und Wasseradern auf - Energien, die nicht nur nach seiner Auffassung das Wohlbefinden von Menschen stören. Dass die Wirksamkeit seines Tuns bisher noch nicht nachgewiesen ist, kann Geppert nicht beirren: Sein neuntes Buch mit dem Titel „Wunder der Heilung” steht kurz vor der Veröffentlichung.

Nicht minder nachgefragt sind seine Heilkünste, die der aus dem Sudetenland stammende Krauthausener sowohl über das Telefon, als auch auf Messen und Kongressen entfaltet.

In der persönlichen Begegnung wirkt Geppert durchaus gewinnend - wiewohl das, was er vertritt und lebt, eine Frage des Glaubens ist. Dieser Glaube ist frei von dogmatischem Zwang - aber er kennt durchaus religiöse Züge. So ist der 2002 heilig gesprochene Pater Pio, ein süditalienischer Kapuziner und Wundertäter, für den Katholiken Geppert eine wichtige Leitfigur. Mit dem Ordensmann aus Kalabrien, dem wunderbare Heilungen von Kranken zugeschrieben werden, verbindet den Krauthausener sein Berufungserlebnis, nach dem er sich entschlossen hat, selber als Heiler zu wirken.

Auch ansonsten stellt sich beim Beobachter das Gefühl ein, es mit einem eigentümlichen Mix aus klassischem Katholizismus und Esoterik zu tun zu haben. So sind Kirchen für Geppert anziehende Orte - als so genannte „Kraftplätze”. Neben Pater Pio bilden die heilige Hildegard und ihr „Heilstein-Wissen” eine weitere Koordinate, bei der Geppert sein Tun mit klassischen religiösen Ausdrucksformen zur Berührung bringt.

Steine, die heilen sollen, weil er sie mit seiner speziellen Form von Energie auflädt: Auch hier findet sich eine Schnittstelle, an der sich traditionelle mit durchaus unkonventionellen Sichtweisen berühren. Diese Steine setzt Geppert eigenen Angaben nach ein, um störende Strahlen zu neutralisieren, wobei der Ex-Unternehmer für Beratung und Steine Honorare berechnet - allerdings, so versichert er, nur im Erfolgsfall.

Abseits des Hergebrachten bewegt sich Geppert, der nicht nur mit geistigen Mitteln heilen, sondern auf dem gleichen Weg Erd- und anderen Strahlen - deren Existenz von der etablierten Wissenschaft freilich nicht anerkannt wird - aufspüren will, auch bei der Untersuchung seiner Klienten.

Im Gegensatz zum Heilpraktiker, der seinen Patienten zur Iris-Diagnose in die Augen schaut, und zum Arzt, der zur Untersuchung seine Sinne und technische Apparate bemüht, genügen Geppert nach eigener Darstellung eine Mail, ein Fax oder ein Anruf, um danach mit seinen übersinnlichen Mitteln die Probleme ausloten zu können. Nur eines tut er wohlweislich nicht: Diagnosen stellen oder gar Therapien verordnen.

Eine Skizze von der Wohnung oder zumindest der Bettstatt genügt - und schon beginnt der Heiler und Baubiologe, das Papier auszupendeln, entweder mit der Hand, die er ähnlich wie der Priester beim Segen formt, oder mit einem Hilfsgerät, einer so genannten H3-Antenne. Vor Ort sein muss er dazu nicht - seine Arbeitsweise, die Teleradiästhesie, beruht auf Fernwirkung. Wers ganz genau wissen will: In seinen Büchern gibt Helmut Geppert gern und reichlich Auskunft.
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