Golzheim - „Geistig fit”-Gruppe: Rätselabend als Fitnessstudio fürs Köpfchen

„Geistig fit”-Gruppe: Rätselabend als Fitnessstudio fürs Köpfchen

Von: Daniela Martinak
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Die Leiterin der Gruppe Hyun N
Die Leiterin der Gruppe Hyun Neulen (l.) gibt Angela Krapp Tipps bei der Lösung der Aufgabe. Foto: Martinak

Golzheim. Ingo Hantich ist nicht zu bremsen. Vier Aufgabenblätter hat der 72-Jährige bereits gelöst. Wenn es um Rechenschwierigkeiten und Wortspiele geht, kann er gar nicht genug bekommen.

„Ich würde mich als überdurchschnittlich gut einstufen. Allerdings mache ich auch viel dafür, mich geistig fit zu halten. Kreuzworträtsel und Schachspielen helfen das Gedächtnis zu unterstützen”, erklärt der Golzheimer. Seit einem Jahr kommen er und seine Frau Doris regelmäßig zum „Geistig fit”-Treffen ins katholische Pfarrheim.

Im Jahr 2010 hatte Gruppenleiterin Hyun Neulen als Vorstandsmitglied der IG „Golzheim aktiv” den Vorschlag gemacht, solch eine Gruppe ins Leben zu rufen. Im März 2011 folgte dann der erste Termin. „Es ist wichtig, sich im Alter fit zu halten. Besonders, was das Gedächtnis angeht”, betont die Logopädin.

Damit sich niemand überfordert oder unter Leistungsdruck gesetzt fühlen muss, hat Hyun Neulen sich ein besonderes Konzept ausgedacht: „Wir passen die Aufgaben für jeden einzelnen so an, dass sie seinen Fähigkeiten gerecht werden”, sagt die Gruppenleiterin. Auch diesmal hat Hyun Neulen wieder zahlreiche Übungen vorbereitet. „Wenn man sich konzentriert und sich ein wenig anstrengt, klappt das”, versichert die 81-jährige Lisbeth Kirch. Neben Rudolf und Ingrid Mathes ist sie gerade dabei die Lebensdaten einer gewissen Gaby zu errechnen. Zwei Plätze weiter versucht sich der Ortsvorsteher Johannes Müller an der Zuordnung der Begriffe für die einzelnen Geräte am Schweizer Taschenmesser und daneben überlegt Angela Krapp, welches Holzstäbchen als erstes hochgehoben werden muss, damit die anderen nicht wackeln.

Neulen selbst, Stefan Vogelsang und Anna Kayser stehen zur Unterstützung zur Seite. Falls die Senioren Hilfe brauchen oder die Aufgabenstellung nicht verstehen, helfen sie den Gruppenteilnehmern auf die Sprünge. „Ich habe unglaublich Angst davor, von der Demenz überrascht zu werden. Ich fürchte mich richtig, wenn ich daran denke, mir vielleicht bald nichts mehr merken zu können. Deshalb trainiere ich mein Gehirn”, sagt Ingo Hantich. Die Senioren gehen mit einem guten Gefühl nach Hause und dem Wissen, etwas fürs Köpfchen getan zu haben.

Allerdings soll das Treffen in dieser Form nicht mehr stattfinden. „Schade”, finden die treuen und überzeugten Teilnehmer. „Anfangs war die Resonanz sehr gut. Über 20 Senioren sind gekommen und haben fleißig mit geraten. Und dann wurden es plötzlich immer weniger”, bedauert die Leiterin der Gruppe. Einige hätten sich wohl selbst unter Leistungsdruck gesetzt, wenn sie sahen, das andere eine Aufgabe vielleicht schneller lösen konnten.

Jetzt soll aus der Gruppe ein Spielabend für groß und klein werden. „So nehmen wir den älteren Teilnehmern vielleicht den Druck. Und an Spielen hat man doch in jedem Alter Spaß”, sagt Hyun Neulen. Damit würde das Gesellschaftsleben gefördert und zugleich komme das Training für den Kopf nicht zu kurz.

Die nächsten Termine werden wieder im Gemeindeblatt bekanntgegeben.
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