Geglücktes Experiment zum Auftakt der VIV-Konzerte

Von: Hannes Schmitz
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Sie boten einen erstklassigen Konzertabend: Christoph Schnackertz (Klavier) und Bassbariton Michael Dahmen. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Mit einem Liederabend im Haus der Stadt wurde die 65. Konzertsaison der Vereinigten Industrieverbände eröffnet. „Ein Experiment“, wie Ilona Schmitz, die für den Verband die Industriekonzerte betreut, den Auftakt beschrieb. Das Eröffnungskonzert fand beim überwiegenden Teil des Publikum sehr großen Anklang und der Beginn der Reihe deutet auf eine vielversprechende Spielzeit hin.

Michael Dahmen (Bariton) und Christoph Schnackertz (Klavier) hatten einen spannenden Lieder- und Balladenabend konzipiert, der gekonnt auf der Klaviatur der Emotionen spielte. Grauenvolles, Gruseliges und Groteskes wechselte ab mit berührend Lyrischem und Humorigem.

Der Sänger auf der Bühne verstand es großartig, die ganze Palette menschlicher Regungen auszudrücken: Große Dramatik und Trauer in den Balladen von Carl Loewe im „Erlkönig“ oder „Odins Meeresritt“, bei dem durchaus der eine oder andere Rückenschauer einsetzen konnte. Mit der Kraft seiner Stimme verstand er es, Stimmungen zu erzeugen, obwohl er wie fest gemauert hinter seinem Pult stand.

Dennoch war sein Gesang effektvoll. Manch kleine Geste und ein wenig Mienenspiel reichten, um tragische Heftigkeit wie bei „Der Feuerreiter“ von Hugo Wolf aus den „Mörike Liedern“ oder atmosphärischen Nachdruck, humorige Einlassungen und gewitzte Tiefgründigkeit wie in den Hugo Wolfs „Der Abschied“zu verleihen. Lieder, die beiden Interpreten höchste Musikalität, Sing- und Spieltechnik abverlangten. Sie meisterten nicht diese Aufgaben mit Klarheit, aber auch enormer Gefühlstiefe.

Begonnen hatte der Abend mit dem Schubert-Lied „Willkommen und Abschied“ nach Johann Wolfgang von Goethe, dem weitere starke Kompositionen aus der deutsch-romantischen Liedliteratur sowie musikalische Stippvisiten bei Franz Schubert und Carl Loewe folgten. Im zweiten Teil des Konzertabends musizierte das Duo Lieder von Hans Pfitzner und Richard Strauss sowie zum Schluss von Hugo Wolf. Schon vom ersten Ton an bewies Michael Dahmen, welch erstklassiger Sänger er ist. Der Bassbariton hatte eine gefestigte Stimme mit einer starken tiefen Lage und einer angenehmen Höhe, die selten überfordert schien.

Ein eindrucksvoller Auftritt des noch jugendlich wirkenden Sängers, der auf beeindruckende Art mit seiner Stimme, die über eine außergewöhnliche Klangfarbe und Klangwirkung verfügt, Geschichten erzählte. Ihm zu Seite stand mit Christoph Schnackertz ein virtuoser Begleiter am Flügel, der mit kleinen Phrasen oder großen Linien die Liedtexte kommentierte und manchmal auch „seinen Frontmann führte“. Der Beifall nach den letzten Konzerttönen zeigte jedenfalls, dass das „Experiment“ gelungen war.

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