Gegen die Stars aus Lyon sind die Powervolleys gefragt

Von: jan
Letzte Aktualisierung:
11180040.jpg
Es gibt noch Redebedarf: Coach Anton Brams gibt Marvin Prolingheuer taktische Anweisungen. Gegen Lyon bedarf es am Mittwochabend im Europapokal einer Top-Leistung. Foto: Guido Jansen

Düren. Und jetzt kommt Vladimir Nikolov. Der bulgarische Star-Angreifer ist so etwas wie ein patentierter Schreck der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft. Zweimal haben die Deutschen bei der Europameisterschaft Anfang Oktober gegen Bulgarien gespielt – und zweimal deutlich verloren. Danach war der Traum von einer Medaille geplatzt.

 Das hatte viel mit Nikolov zu tun, dem 37 Jahre alten Routinier. Sein Geld verdient Nikolov beim französischen Spitzenklub Asul Lyon Métropole, dem Dürener Gegner in der ersten Runde des CEV-Europapokals. Ab 18.30 Uhr müssen am Mittwoch Trainer Anton Brams und die Volleyballer von den SWD Powervolleys ein gutes Rezept haben, um Nikolov und Lyon in der Arena Kreis Düren zu stoppen.

Identität noch nicht gefunden

„Eine Mannschaft mit solchen Top-Spielern nutzt deine eigenen Fehler direkt gnadenlos aus“, sagt Brams. Also darf Düren nur wenige Fehler machen, wenn es den Gästen aus Frankreich auf Augenhöhe begegnen will. Genau daran arbeitet das Team derzeit. Am Ende des Prozesses angekommen sind die Powervolleys noch nicht. Das wurde in den ersten drei Spielen in der Bundesliga deutlich. Die beiden Heimspiele hat Düren gewonnen, auswärts in Lüneburg gab es der hohen Fehlerquote halber eine deutliche Niederlage. „Den Härtetest in Lüneburg haben wir nicht bestanden“, sagt Dürens kanadischer Abwehrchef Blair Bann.

Das ist ärgerlich, aber nicht besorgniserregend für eine Mannschaft, die erst kurz vor Saisonauftakt komplett zusammen war, weil drei Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs war. „Wir müssen unsere Identität auf dem Spielfeld noch finden“, erklärt Bann weiter. Den jüngsten 3:1-Sieg am Sonntag gegen den TV Ingersoll Bühl wertet der Kanadier als Schritt in die richtige Richtung. Ab dem dritten Satz hatte Düren erstmals in dieser Saison seinen Rhythmus im eigenen Spiel gefunden. Bühl stand unter Dauer-Druck, die Fehlerquote auf der eigenen Seite war niedrig.

Jetzt soll der nächste Schritt getan werden – gegen einen Gegner mit Spielern vom Kaliber eines Vladimir Nikolov. Die Powervolleys wollen an ihren Aufgaben wachsen. Da kommt das Team um den bulgarischen Star als höhere Hürde gerade recht. Unter Druck sieht Brams seine Spieler nicht, vielmehr spricht er von einer Art Bonusspiel. „Die Mannschaft hat sich die Teilnahme am Europapokal verdient, weil sie in der vergangenen Saison Dritter in der Bundesliga geworden ist. Jetzt sollen die Jungs einfach die Belohnung genießen“, sagt der Trainer. Der Europapokal ist also auch eine Art Training auf hohem Niveau, um in der Liga besser bestehen zu können.

Und die Fallhöhe ist nicht hoch, sollte Düren in der ersten Runde an Lyon scheitern. Denn die Verlierer der ersten Runde spielen weiter europäisch, werden in die zweite Runde des kleineren Challenge Cups gelost. Für den Fall, dass es nach dem Hinspiel und dem Rückspiel in zwei Wochen in Lyon 1:1 steht, muss ein Tiebreak entscheiden.

Denkbar ist, dass Brams den Spielern, die bisher weniger Einsatzzeiten hatten, die Gelegenheit gibt, Spielpraxis zu sammeln. Das mindert die Dürener Absicht nicht, voll auf Angriff zu spielen. Vielmehr entspräche es Brams angekündigten Kurs, in den kommenden intensiven Wochen auf jeden Spieler zurückzugreifen. Schließlich hat beispielsweise ein Sebastian Gevert, einer der besten Angreifer der vergangenen Jahre in der Bundesliga, bisher meist auf der Bank gesessen, weil Brams ihn nach stressigen Woche mit der chilenischen Nationalmannschaft schonen wollte.

Definitiv nicht spielen werden die verletzten Mittelblocker Michael Parkinson und Oskar Klingner. Der kurzfristig verpflichtete Bas van Bemmelen erhielt dageggen am Dienstag seine Spielerlaubnis für den Europapokal.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert