Gefunkt hat es damals in Köln an der Pegeluhr

Von: Fred Schröder
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Ist 102 Jahre alt: Maria Stollenwerk aus Düren. Foto: Fred Schröder

Düren. „Wegen ihr müssen wir im Foyer eine Geschwindigkeitsbegrenzung einrichten“, scherzt eine Mitarbeiterin des Seniorenhauses „Am Holzbendenpark“. Die Rede ist von Margret Stollenwerk, die am Dienstag ihr 102. Lebensjahr vollendete.

Und das bei geistiger und körperlicher Fitness. Seit etwa 18 Monaten ist Margot Stollenwerk Bewohnerin des Hauses an der Stürtzstraße, nach dem sie über sechs Jahrzehnte in ihrem Haus in der Holzstraße wohnte. Dort betrieb der Ehemann einen Sanitär- und Heizungsbetrieb.

Margret Stollenwerk ist aus gebürtig aus der Pfalz. „Genau gesagt aus Kaiserslautern, da wo die Roten Teufel herkommen“, ist sie stolz auf ihre Heimat. Die verließ sie, weil sie als junge Frau am Rhein die große Liebe fand. Per Anzeige stieß sie auf den Dürener („Der Name Stollenwerk ist ja hier weit verbreitet“) und traf ihn erstmals an der Pegeluhr am Rhein in Köln nahe der Deutzer Brücke.

Deshalb nennt Margret Stollenwerk ihre 63-jährige Ehe noch heute begeistert „Das Geheimnis der Pegeluhr“. Bis zu seinem Tod spielte der Ehemann seiner Margret jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Ständchen auf der Geige. Mit einem Lied, das Lebensmotto sein könnte: „Alle Tage ist kein Sonntag…“

Nun, das Leben bestätigt diesen Text. Der Ehemann ist verstorben und ein Sohn verunglückt. Die Tochter wohnt in der Nähe von Bonn und die Enkel sind weit weg. Agil war Margret Stollenwerk schon immer. Mit 95 Jahren erhielt sie den Ehrenamtspreis der Stadt Düren und mit genau hundert hielt sie noch eine Lesung in der Marienkirche, als sie aus ihrem Leben erzählte und Episoden des Buches „Dürener Persönlichkeiten erzählen“ zum besten gab. Zum Geburtstag waren sie alle da: Familie, Freunde und Mitbewohner.

Am Vorabend des Festes stand sie noch im Mittelpunkt der Karnevalssitzung im Seniorenheim. Kinderprinz Tom I. ehrte sie als älteste Bewohnerin des Hauses mit einer Rose. Und die Gratulanten, die in großer Zahl kamen, wünschten der rüstigen Senioren weiter die geistige Frische und die Mobilität, die sie bisher auszeichnet. Auch dann, wenn für sie und ihren Rollator im Foyer eine Geschwindigkeitsbegrenzung nötig wäre…

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