Düren - Gefährdet Zwangsversteigerung die Stadthallen-Lösung?

Gefährdet Zwangsversteigerung die Stadthallen-Lösung?

Von: Jörg Abels
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Noch existiert nur ein einfaches Styropor-Modell von der geplanten Bebauung des Stadthallen-Areals. In wenigen Wochen aber sollen schon einmal erste Vorstellungen des Architekten präsentiert werden. Foto: Jörg Abels

Düren. Gerät die kurz vor Weihnachten stolz vom „Runden Tisch“ verkündete Lösung des Stadthallen-Problems noch einmal in Gefahr oder droht sie gar zu platzen? Einmütig hatten die Vertreter aller Fraktionen im Dürener Stadtrat erklärt, das „Mahnmal innerstädtischen Stillstands“ gehöre schon bald der Vergangenheit an.

Der Kreis Düren werde das Areal mit einem Euskirchener Investor entwickeln, ein 4-Sterne-Hotel, ein Tagungszentrum, Wohnungen und Dienstleistungsräume errichten. Nur ganz so einfach scheint die Lösung nicht zu sein. Immer noch steht beim Amtsgericht Düren das 2007 von der Stadt an die Real invest Parkhotel Düren GmbH für 50 Jahre übertragene Erbbaurecht an dem mit der Stadthalle bebauten Grundstück zur Zwangsversteigerung. Termin ist der 14. Januar.

Hauptgläubiger ist die Stadt, die mit der Zwangsversteigerung in einem seit Juli 2012 laufenden Verfahren säumige Grundbesitzabgaben eintreiben will. Ansprüche erhebt auch die Gerichtskasse Köln. Noch hat die Stadt das Verfahren weder vertagt noch gestoppt. Trotz des vereinbarten Kaufs von Erbbaurecht und Grundstück durch die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) und den Euskirchener Investor F & S ist die im Raum stehende Forderung aber auch noch nicht beglichen.

Stadt hüllt sich in Schweigen

Ausweislich der Internetseite des Amtsgerichts Düren ist der Termin in der kommenden Woche noch nicht aufgehoben. Auf DZ-Anfrage wollte sich Dürens Kämmerer Harald Sievers, der mit am „Runden Tisch“ gesessen hat, mit Blick auf das laufende Verfahren und das Steuergeheimnis nicht zum weiteren Vorgehen der Stadt äußern.

Auch Landrat Wolfgang Spelthahn, der Motor der nun gefundenen Lösung, will weiteren Vertragsgesprächen in dieser Woche nicht vorgreifen, gibt sich aber zuversichtlich, das Problem noch rechtzeitig aus der Welt schaffen zu können. Fakt ist offenbar: Alle Ansprüche – auch die aus dem Zwangsversteigerungsverfahren – müssen aus den 2,4 Millionen Euro beglichen werden, die die GIS und F & S basierend auf dem Marktwert für das Erbbaurecht und ein unbebautes Grundstück zu zahlen bereit sind.

Welche Folgen ein Festhalten an der Zwangsversteigerung haben könnte, ist angesichts der komplizierten Vertragssituation – Projektentwickler Ten Brinke hat zwischenzeitlich die Parkhotel Düren GmbH gekauft – schwer vorherzusagen. Es könnte aber weitere Komplikationen und Verzögerungen für die Baupläne mit sich bringen.

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