Düren - Geeinte Liebe zum Volleyball: „Es geht um Fairness und Kampfgeist“

Geeinte Liebe zum Volleyball: „Es geht um Fairness und Kampfgeist“

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Kampf, Leidenschaft und am Ende – hoffentlich – Freude pur: Für Pfarrer Toni Straeten und Powervolleys-Kapitän Jaromir Zachrich ist Volleyball in der Arena Kreis Düren eine großartige Sache. Foto: Sandra Kinkel, privat
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Fan trifft Spielführer: Pfarrer Toni Straeten (rechts) und Jaromir Zachrich.

Düren. Die Heimspiele der SWD Powervolleys stehen schon lange im Terminkalender von Toni Straeten. Der 68-Jährige ist katholischer Pfarrer ist und regelrecht sportbegeistert. Genau wie Jaromir Zachrich (31), Mannschaftskapitän der Powervolleys. Vor dem Bundesligastart hat unsere Mitarbeiterin Sandra Kinkel die beiden Männer getroffen und sich mit ihnen über Gott und die Welt, Kampf und Leidenschaft und natürlich über Volleyball in Düren unterhalten.

Straeten ist auch Mitglied bei Alemannia Aachen und dem FC Bayern München, und er verpasst so gut wie kein Heimspiel der Powervolleys in der Arena. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass er auch am Samstagabend beim ersten Spiel der neuen Saison (19.30 Uhr, Gegner United Volleys Rhein Main) keinen Aufschlag verpasst.

Herr Straeten, bei der letzten Pressekonferenz vor der neuen Saison hat die Mannschaft gesagt, es kaum noch abwarten zu können, bis es endlich wieder losgeht. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Toni Straeten: Ich bin auch richtig heiß und freue mich auf das erste Spiel. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in dieser Saison mehr drin ist, als in den Vorjahren. Ich habe viel über den neuen Trainer gelesen und bin schon jetzt von ihm überzeugt. Das wird eine richtig gute Saison.

Woher kommt Ihre Liebe zum Volleyball?

Straeten: Volleyball in Düren ist für mich Leidenschaft, Kampf. Das Spiel ist viel dramatischer, schneller und unmittelbarer als Fußball. Das gefällt mir. Die Spiele in der Arena sind für mich ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit. Und der Volleyball ist natürlich auch ein echtes Markenzeichen für unsere Stadt.

Und was bedeutet Volleyball für Sie, Herr Zachrich?

Jaromirn Zachrich: Beim Volleyball muss man in einem Spiel mindestens dreimal 25 Punkte machen. Man kann eine Partie, anders als beim Fußball, nicht mit einem einzigen Tor gewinnen. Kein Spielzug ist wie der andere. Wenn die Mannschaft Probleme hat, nicht gut im Spiel ist, muss sie das selbst regeln. Man kann nicht einfach einen Gegner umtreten, um zu verhindern, dass der den Punkt macht.

Was die anderen Dinge wie Leidenschaft, Kampf, Tempo angeht, kann ich sagen, dass das auch genau das ist, warum ich in die Halle gehe. Es ist ein großartiges Gefühl, mit anderen etwas zu erreichen. Ich glaube, da ist die Faszination für den Sport bei Herrn Straeten und mir ganz ähnlich. Straeten: Was kommt bei Ihnen auf dem Spielfeld von dem an, was die Fans machen? Zachrich: Wenn wir auf dem Feld unser eigenes Wort nicht verstehen können, weil die Arena vibriert, ist das schon ziemlich geil.

Welche Rolle spielt es, wenn Fans einen Spieler beim Aufschlag ausbuhen? Kriegen Sie das mit?

Zachrich: Nein, davon bekommt man als Spieler sehr wenig mit, weil man sich beim Aufschlag natürlich total konzentriert. Wenn man eine Mannschaft irritieren möchte, müsste es in der Halle plötzlich mucksmäuschenstill sein. Krach macht uns nichts aus.

Herr Straeten, was sind Sie für ein Fan?

Straeten: Ein lauter, explosiver und ziemlich emotionaler Fan. Ich jubele, aber ich schimpfe auch. Und ich fiebere bei jedem Punkt mit. Ist doch logisch. Zachrich: Und dafür lieben wir unsere Dürener Fans!

Herr Zachrich, wir wissen jetzt, dass der Pfarrer Toni Straeten regelmäßig in der Arena ist. Wann war der Spielführer Jaromir Zachrich zuletzt in der Kirche?

Zachrich: Sie denken vermutlich jetzt, dass das schon Jahre her ist. Stimmt aber nicht. Ich war vor 14 Tagen noch in der Kirche. Am Wochenende schaffe ich es meistens nicht, weil wir dann unterwegs sind, aber ich bin ein gläubiger Mensch. So wie übrigens viele andere aus der Mannschaft auch.

Gehen Glaube und Sport gut zusammen?

Zachrich: Absolut. Ich stehe ganz oft auf dem Spielfeld und denke: „Mensch, Danke, dass ich so etwas Großartiges machen darf.“ Straeten: Beides ist die pure Freude. Beim Sport, und besonders beim Volleyball, geht es um Fairness, Kampfgeist, Bewegung und Gemeinschaftserlebnisse. All das tut dem Glauben auch gut. Darf ich auch mal eine Frage stellen?

Selbstverständlich.

Straeten: Wie schlimm ist es für einen Spieler, wenn er nicht eingewechselt wird? Zachrich: Überhaupt nicht. Die komplette Mannschaft, also zwölf Leute, leisten 99 Prozent der Trainingsarbeit. Natürlich will sich während des Spiels jeder beweisen, aber es können eben nur sechs Leute auf dem Platz stehen.

Die anderen sechs leisten aber vom Spielfeldrand wichtige Analysearbeit. Jeder achtet besonders darauf, was der andere Spieler seiner Position macht und versucht, ihm in den Pausen Tipps zu geben. Die Mannschaft ist wichtig, es gibt eigentlich keine Stars. Und wir wollen zusammen etwas erreichen. Straeten: Das finde ich toll. Ich habe immer gedacht, die, die nicht spielen, sind enttäuscht. So was wäre ja beispielsweise im Fußball undenkbar. Ich habe noch eine Frage: Es muss wahnsinnig toll sein, wenn der Block bei einem Volleyballspiel funktioniert, oder?

Zachrich: Ja, da haben Sie recht. Das ist das beste Gefühl überhaupt. Einfach großartig.

Haben Sie beide Rituale an einem Heimspieltag?

Straeten: Ich nicht. Ich nehme meinen Fanschal, gehe in die Arena, suche meine Freunde und setze mich zu ihnen. Obwohl – eigentlich sitzen wir fast immer an der selben Stelle. Zachrich: Ich habe schon Rituale, wie übrigens fast alle Sportler. Ich trinke vor jedem Spiel einen Kaffee. Das muss einfach sein.

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