Gedanken, die beflügeln sollen

Von: Kristina Wollseifen
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Die Künstlerin Astrid Frohn (Mitte) zusammen mit Peter Esser und Margit Göckemeyer vor zwei ihrer Lieblingswerke. Foto: Wollseifen

Nideggen. „Beflügelnde Gedanken” - ein Titel, der auf die surrealistische Malform der Künstlerin hindeutet, aber vor allem eines sagen soll: Eigene Gedanken und Interpretationen entwickeln.

Dies konnte jeder der zahlreichen Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung von Astrid Frohn im Dürener Tor in Nideggen tun, als er die verschiedenen Werke betrachtete. Die surrealistischen Bilder, die mit Tusche, Graphit, Feder, Acryl oder Airbrush hergestellt wurden, zeugen alle von dem malerischen Talent der Künstlerin, die im Übrigen aus Kreuzau kommt. Diese Meinung vertrat auch Margit Göckemeyer, Bürgermeisterin von Nideggen: „Es ist authentisch. Astrid Frohn malt in ihren Bildern Gedanken.”

Und diese Gedanken werden auf vielfältigste Weise dargestellt: Mal hat sie die Freudsche Analyse verbildlicht, indem sie drei Gehirne jeweils auf Krücken, mit Flügeln oder gefangen in Stahl gemalt hat. Ein anderes Mal hat sie das Strategiespiel der Welt beziehungsweise die Abhängigkeit jedes Einzelnen von der Weltpolitik durch ein Schachbrett, Billardkugeln und einen blutenden Turnschuh dargestellt. Auch die Reizüberflutungen, die auf die Menschen einwirken, setzte sie bildlich hervorragend um.

Der Künstlerin selbst ist es aber besonders wichtig, dass die Besucher und Betrachter ihrer Bilder „Eigeninterpretationen entwickeln”. Und das ist gar nicht so schwierig, denn in den größtenteils schwarz und weiß gehaltenen Bildern kann jeder eine andere eigene oder versteckte Deutung heraus sehen. Besonders die einzelnen Stellen in den Werken, die koloriert sind, regen zum Nachdenken an. Denn diese farbigen Akzente sind gut gesetzt und stechen heraus zwischen den teilweise dunkel gehaltenen Werken. Die bunten Felder heben das besonders Wichtige in dem Gesamtbild hervor oder spiegeln Gefühlslagen wider; eine gelungene Kombination, die immer noch Freiraum für Eigeninterpretationen lässt.

„Die Werke enthalten Details, die man nur erbringen kann, wenn man von einem Meister geschliffen wurde”, sagte Peter Esser, der an diesem Tage seine letzte Kunstausstellung eröffnete. Astrid Frohn lernt seit zwei Jahren bei Ewald Blaeser, der sie trotz anfänglicher Skepsis doch noch von einer eigenen ersten Ausstellung überzeugen konnte. Auch er konnte nur Lob aussprechen: „Kunst muss nicht schön sein, sie muss gut sein und zum Nachdenken anregen”, so Blaeser „Und das, was wir hier heute sehen, ist gut.”

Die Ausstellung „Beflügelnde Gedanken” ist noch bis zum 22. August im Dürener Tor in Nideggen zu sehen. Die Öffnungszeiten sind jeweils donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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