Kreuzau - Gebrauchtwaren: Ein Laden für die zweite Chance

Gebrauchtwaren: Ein Laden für die zweite Chance

Von: jan
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Vorbesitzer und Vermieter Karl Josef Schnitzler (l.) freut sich mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und der hauptamtlichen Betreuerin Marion Laskowski (r.) auf eine erfolgreiche Zeit des Jedermann-Ladens. Foto: Jansen

Kreuzau. Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ gibt's für einen Euro, das Kochbuch „Sushi für Anfänger“ ist deutlich dicker. Kunden, die es im neuen Secondhand-Laden in Kreuzau kaufen wollen, müssen zwei Euro auf den Tisch legen. Die Einnahmen sind allerdings nicht der wichtigste Aspekt bei dem neuen Lädchen, das den Namen Jedermann trägt. Es befindet sich im Herzen Kreuzaus auf der Hauptstraße und ist als sogenannter Teilhabeladen angelegt.

Neben der hauptamtlichen Mitarbeiterin Marion Laskowski arbeiten dort im Moment acht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die nicht nur des Verkaufs halber im Einsatz sind. „Es geht darum, Menschen, die aufgrund einer psychischen Behinderung aus dem Beruf ausgeschieden sind, wieder zu integrieren“, sagte Heike Holtmann vom Caritas-Verband Düren-Jülich.

Die Beschäftigung im Jedermann soll den Menschen ein Stück weit Normalität zurückbringen. Acht Menschen arbeiten derzeit auf freiwilliger Basis mit. Begonnen hat das Projekt am 17. Oktober. Seitdem befand sich der Laden mit den Waren aus zweiter Hand in der Probephase. „Der Laden ist gut angenommen worden“, sagt Verkäuferin und Betreuerin Marion Laskowski.

Die Kreuzauer seien zufrieden, dass sie jetzt einen Gebrauchtwarenladen haben, in dem sie günstig einkaufen können. Von Kinderkleidung über Damen- und Herrenmode über Haushaltswaren bis hin zu Büchern gibt es eine breite Palette zum kleinen Preis. Viele Bürger würden Sachspenden in den Laden bringen. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Mitarbeiter sei es, diese zu kontrollieren und in die Regale einzusortieren.

Der Laden soll aber auch eine Anlaufstelle, bei der sich die Menschen über das Hilfsangebot der Caritas informieren können. Bis Ende März hat der Laden mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 15.30 Uhr geöffnet. Ab April werden die Öffnungszeiten verlängert von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Außerdem kommen dann noch Vormittage am Dienstag und Donnerstag als Verkaufszeiten hinzu. Die längeren Öffnungszeiten resultieren auch aus der steigenden Nachfrage seitens der Menschen, die mit der ehrenamtlichen Mitarbeit wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen haben wollen.

Erfreut zeigte sich Karl Josef Schnitzler. Er hat in den Räumlichkeiten an der Hauptstraße Jahrzehnte lang ein Geschäft für Bastelbedarf betrieben. Seine neuen Mieter sind ihm sympathisch. „Ich bin froh, dass eine Organisation eingezogen ist, die hier etwas für andere Menschen tut“, so Schnitzler. Das gilt auch für den Besitzer, der laut Heike Holtmann sehr mit dem Preis entgegen gekommen sei und zudem fleißig die Werbetrommel für den Laden rühre.

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