Gebrannte Mandeln im Leopold-Hoesch-Museum

Von: Stephan Johnen
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Teil der Kirmeshistorie: Den Schaustellern Elisabeth und Gerd-Willi Cremanns gehört die historische „Moppenbude“. Damit stand schon Josef Cremanns auf der Dürener Annakirmes. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die „Moppenbude“ hat es zu musealen Würden gebracht. „Alles im Originalzustand, exakt wie im Jahr 1935“, berichtet Schausteller Gerd-Willi Cremanns und deutet auf das Schnützzeug in der Auslage der mehreren Meter langen Kirmesbude.

Ab Sonntag ist das Familienerbstück, mit dem Cremanns Vater Josef einst auf der Annakirmes stand, im Dürener Leopold-Hoesch-Museum zu bewundern, neben vielen anderen Teilen von nostalgischen Schaubuden und Karussells, Fotos und Dekorationsartikeln. „Die Kunst der Schausteller. 375 Jahre Annakirmes“ ist ein Teil der neuen Ausstellung im Museum überschrieben. Die offizielle Eröffnung findet am Sonntag um 12 Uhr statt, die Ausstellung läuft bis zum 18. August. Die „Moppenbude“ der Cremanns gehört definitiv zu den süßesten Exponaten.

Aber ist alles wie im Jahr 1935? Auch die Süßwaren? Gerd-Willi Cremanns lacht. „Die sind alle frisch gemacht“, sagt er. Die Schaustellerfamilie kenne sich schließlich seit Generationen mit Süßwaren aus. Der Großvater hatte einst eine Lebkuchenfabrik, der Vater noch war Lebkuchenmeister und er, Gerd-Willi Cremanns, und seine Frau Elisabeth seien auch nicht ungeschickt bei der Herstellung der Leckerchen. „Mein Sohn führt die Familientradition fort“, verrät Cremanns nicht ohne Stolz. Wie die Cremanns haben auch andere Schaustellerfamilien die Aktenordner und Fotokisten durchforstet, um Ausstellungsstücke für das Museum zu finden. Selbst bislang unveröffentlichte Filmdokumente kamen zusammen.

Geradezu begeistert ist Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann von der Vielfalt der Exponate, ein eigenes Buch soll die Ergebnisse sichern. Das älteste Objekt der Ausstellung ist eine Sitzgondel aus dem Jahr 1876, das jüngste ein Polyesterpferd aus dem Jahr 1988. Dazwischen liegen Jahrzehnte voller Erinnerungen und auch Kirmes-Kunstgeschichte. „Kirmes war und ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, sagte Renate Goldmann am Freitag bei einer Vorbesichtigung der neuen Ausstellung. Auch für Künstler seien Volksfeste und der Zirkus wahre Tummelplätze gewesen. Hereinspaziert!

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