Gebärmutterhalskrebs: Mit zwei Spritzen das Krebsrisiko senken

Von: Sarah Maria Berners
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Die ständige Impfkommission empfiehlt Mädchen und jungen Frauen, sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen Humane Papillomviren impfen zu lassen, um damit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Foto: stock/Margit Brettmann
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Professor Dr. Gerd Crombach vom St.-Marien-Hospital.

Kreis Düren. Wenn Töchter neun Jahre alt werden, sollten Eltern schon einen Blick in die weitere Zukunft werfen. Es dauert zwar noch ein wenig, bis ihre Tochter den ersten Geschlechtsverkehr hat, aber schon vorher sollten sich Mädchen gegen die sogenannten Humanen Papillomviren (HPV) impfen lassen.

Das zumindest empfiehlt die Ständige Impfkommission. Die Viren sind sexuell übertragbar und können Gebärmutterhalskrebs auslösen. „Deswegen ist eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr besonders zu empfehlen“, betont Crombach. „Wir gehen davon aus, dass 99 Prozent der Gebärmutterhalskrebsfälle durch diese Viren verursacht werden“, erklärt Professor Dr. Gerd Crombach, Chefarzt am St.-Marien-Hospital.

Zu wenige geimpft

Allerdings seien bisher zu wenige Mädchen geimpft. „Deutschlandweit sind 40 Prozent der Mädchen bis 17 Jahre geimpft“, weiß Crombach. Im Kreis Düren sind es 47,7 Prozent. „In Australien liegt die Impfquote bei 80 Prozent und Studien zeigen, dass die Zahl der Krebsvorstufen deutlich zurückgegangen ist“, unterstreicht Crombach. Darüber hinaus gehen die Mediziner davon aus, dass auch das Vulvakarzinom – also Krebs an den äußeren, weiblichen Geschlechtsorganen – auf das HPV zurückgeht. „Und diese Krebsart ist kein Krebs, der nur bei alten Leuten auftaucht. Zunehmend sind auch jüngere Frauen im Alter von 40 bis 50 Jahren betroffen.“ In dem Sinne nutze die Impfung gegen zwei Krebsarten.

Ein vollständiger Schutz vor Gebärmutterhalskrebs ist die Impfung aber nicht. Sie schütze je nach Impfstoff gegen zwei bis vier von 200 Virentypen. „Typ 16 und 18 sind aber besonders karzinogen, lösen also besonders häufig Krebs aus“, erklärt Crombach. Die Fachleute gehen davon aus, dass 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle auf diese Virentypen zurückgehen. Sie gehen aber auch davon aus, dass die Impfung leichten Schutz vor den vielen anderen Typen bietet. „Ein weiteres Präparat impft auch gegen zwei weitere Typen und schützt damit auch vor den sehr unangenehmen Genitalwarzen“, erläutert Crombach.

Die meisten HPV-Infektionen sind laut Crombach völlig folgenlos, die betroffenen Personen würden nicht einmal merken, dass sie sich mit den Viren infiziert haben, es gebe keinerlei Symptome. In anderen Fällen führen die Viren zu Krebsvorstufen und dann zum Krebs. „Das ist aber eine langsame Entwicklung. Deswegen ist es auch so wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.“ Von ersten Impulsen, nach entsprechender Prüfung auf Humane Papillomviren die Untersuchungsintervalle zu verändern, hält der Mediziner nicht viel. „Schließlich untersucht der Gynäkologe nicht nur den Gebärmutterhals. Außerdem ist es für die Patientinnen bei größeren Intervallen schwierig, den Überblick zu bewahren. Und es sollte nicht passieren, dass Frauen dann über einen zu langen Zeitraum nicht zum Frauenarzt gehen.“

Laut Crombach ist eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr ideal. Wie die Krebsgesellschaft erläutert, verliert die Impfung nach einer ersten Infektion an Effektivität oder verliert ihre Wirkung ganz. Liegt keine Infektion vor, ist eine Impfung nach dem ersten Geschlechtsverkehr genauso sinnvoll. Das sollten Frauen mit ihrem Frauenarzt besprechen.

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