GaW-Schüler diskutieren EU-Fragen im Jugendparlament

Von: Jörg Abels
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Schulleiter Wilhelm Gödde (r.) freut sich, dass erneut ein Schülerteam des GaW am Europäischen Jugendparlament teilnimmt. Foto: Abels

Düren. Wie können militärische Hilfsleistungen länderübergreifend besser koordiniert werden? Wie steht es um die demokratischen Prozesse im Zuge der EU-Erweiterung? Es sind nicht eben unkomplizierte Themen, mit denen sich Simon Wirtz und Magdalena Gaevert in diesen Tagen außerhalb des Unterrichts am Wirteltor-Gymnasium (GaW) beschäftigen.

Und als wären diese und weitere europapolitische Fragestellungen nicht bereits komplex genug, die Schüler müssen die Themen mit ihren Mitstreitern Deborah Baehren, Fabian Körfges, Leon Kogel, Fabia Feykens und Natalie Siepen aus der Jahrgangsstufe 11 auch noch in englischer Sprache vorbereiten.

Das siebenköpfige GaW-Team hat sich mit einer ebenfalls bereits in Englisch verfassten Resolution zum Thema Jugendarbeitslosigkeit in Europa unter mehr als 600 Schülern aus 70 Schulen für die zweite Runde des Europäischen Jugendparlaments (EYP) qualifiziert, die Mitte Februar in Weilburg stattfindet. Und Englisch ist nun einmal Wettbewerbssprache, schließlich geht es für die Besten nach der Zwischenrunde nicht nur zum nationalen Finale Ende Mai nach Potsdam, sondern bestenfalls zu einem der internationalen Treffen im Herbst in Kiew oder im Frühjahr 2015 in Izmir.

Ein Problem aber ist die Kommunikation auf Englisch nicht, hat Lehrer Stephan Mauel festgestellt, der die GaW-Gruppen seit Jahren zu den Treffen begleitet. „Der Wortschatz wächst“, betont Deborah Baehren, die wie die anderen fleißig Vokabeln büffelt.

Das 1987 im französischen Fontainebleau als Schulprojekt gegründete EYP ist mit Organisationen in 36 Ländern mittlerweile eine der größten Plattformen für politische Debatten, interkulturelle Begegnungen und den Austausch von Ideen unter jungen Europäern. Die Treffen beginnen generell mit einem Kommunikationstraining, an das sich die Ausschussarbeit und die Vollversammlung anschließen. Diskutiert werden in Weilburg ausschließlich Themen rund um die europäische Integration. Jeder Dürener Schüler wird einem anderen Ausschuss zugeordnet und bewertet. Am Ende fließen die Einzelnoten in der Teamwertung wieder zusammen.

Worin liegt die Motivation der Gymnasiasten, einen Teil ihrer Freizeit für das Projekt zu opfern? Das ist vor allem das große Interesse am europäischen Gedanken. Dass sich so viele Jugendliche aus so vielen Ländern beteiligen und gemeinsam europapolitische Fragestellungen diskutieren, stimmt nicht nur Simon Wirtz zuversichtlich, dass die Völker Europas weiter zusammenwachsen. „Dabei tragen vor allem wir Deutsche eine große Verantwortung.“

Die Schüler motiviert aber auch, dass die Lebenserfahrung bei Treffen mit anderen Jugendlichen reift. Das Vertreten der eigenen Meinung in der Diskussion mit anderen und eine Rede vor der Vollversammlung des Plenums zu halten stärkt das Selbstbewusstsein, haben Judith Johannsen und Allegra Schnitzler festgestellt, die sich im vergangenen Jahr am Projekt beteiligten und derart Feuer gefangen haben, dass sie sich seit Monaten ehrenamtlich an der Organisation des Treffens in Weilburg beteiligen. Und das Projekt stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, ergänzt Schulleiter Wilhelm Gödde.

In den vergangenen Jahren haben die GaW-Delegationen immer sehr erfolgreich am Europäischen Jugendparlament teilgenommen. Sie wurden bereits des Öfteren zu Folgetreffen in Griechenland, Norwegen, Litauen oder Rumänien eingeladen. Erfahrungen von unschätzbarem Wert, die sich auch positiv auf den Unterricht auswirken, hat Stephan Mauel festgestellt.

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