GaW-Bigband, RWE-Band und ein Dirigent mit Körpereinsatz

Von: Bruno Elberfeld
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Solisten der RWE-Band unterstÀ
Solisten der RWE-Band unterstützten die Bigband des Wirteltor-Gymnasiums beim Konzert in Merzenich. Foto: bel

Merzenich. Dunkel gewandet durchstreiften sie die Gänge der Merzenicher Weinberghalle, die Musiker, die bald auf der Bühne ihr Können beweisen sollten. Ungewöhnlich für den Uneingeweihten, dass offenbar mehrere Generationen im festlichen Outfit waren.

Doch das hatte seinen Grund: Die Musiker der Bigband des Gymnasiums am Wirteltor (GaW) sind Schüler und ehemalige Schüler, verstärkt bei einigen Stücken von einem Vater und einem Lehrer. Christian Welters leitete die Bigband.

Sieben Stunden Workshop

Die Herren älteren Semesters waren die Profimusiker der RWE-Band, die seit fast 50 Jahren besteht, unter der Leitung von Ralf Conzen. Die Profis hatten sich Wochen vorher sieben Stunden lang zu Workshops mit den Laien des GaW-Teams getroffen, um Stücke zu erarbeiten, zu vermitteln.

Trotz des Starts in die 5. Jahreszeit in einigen Sälen umliegender Ortschaften wollten sich gut 250 Besucher die Auftritte nicht entgehen lassen. Zuerst besetzten die Musiker des GaW die Bühne. Christian Welters machte aus seiner Freude an diesem Konzertabend keinen Hehl. Steht er vor den Seinen, geht - wie immer - die Post ab. Er dirigiert mit dem ganzen Körper, ein Taktstock wäre dabei nur hinderlich. „Hier stehe ich und kann nicht anders”, brachte er in der Pause seine Gefühlslage vor der Band zum Ausdruck. Die fremde Mikrofonanlage war an diesem Abend zu Beginn etwas „störrisch”. Selbst das An- und Ausschalten dieser Geräte war nicht einfach. Mit Charme und Witz wurde diese Hürde genommen.

Mit erstaunlicher Reife interpretierten die Mitglieder der GaW-Bigband Stücke, die sie so vielleicht vorher nicht gespielt hätten. „Ohne die Jungs von der RWE-Band wäre es nicht so schön geworden”, sagte Welters. Die meist jungen Leute schalteten problemlos von schnellen zu langsamen Tempi, wechselten die Rhythmen.

Cara Schmitz und Diana Schulz meisterten selbstbewusst ihre Gesangspartien, ab und an verstärkt von Vater Dietmar Schorn, der in einem Solo die Stimme von Robbie Williams nahezu vergessen ließ.

Welters und seine Band zeigten Mut zum Experiment. Da wurde ein Stück gesungen, das ein junger Posaunist, Mitglied der Band, selbst arrangiert hatte, ein andermal mutierte die Band zu den „Welters-Chören”.

Bei den Profis der RWE-Band spielten stimmte alles, da durchdrang ein gewaltiger Sound die Halle. Zwölf Männer machten zwölf Instrumente zu einem Klangkörper - ruhig, bedächtig, cool, routiniert. Auch der Funke sprang ab und an auf das Publikum über, besonders wenn Sängerin Gabriella Massa mit ihrer voluminösen Stimme mal klassisch-traditionell, mal modern, Höhen und Tiefen bewältigte.

Begeistert waren die Besucher von Melodien von Glenn Miller und Duke Ellington, vom Lied „Bei mir bisde scheen” oder deutsche Schlager von Bill Ramsey. Da tönte von der Bühne „New York, New York” in der Version von Liza Minelli oder Katja Epsteins „Wunder gibt es immer wieder”, für jeden Geschmack etwas. Merzenich-Event, unter der Leitung von Anke Otten und Bernd Ohlemeyer, hat sich mal wieder um das kulturelle Geschehen der Gemeinde verdient gemacht, brachte Christian Welters seinen Dank zum Ausdruck.
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