Ganser: „Die Zeit der Materialschlachten im Wahlkampf ist vorbei“

Von: Jörg Abels
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Die Miete eines Großflächenplakats kostet mehrere Hundert Euro, betont Valentin Veithen (Linke). Foto: Abels

Kreis Düren. Einen Monat vor der Bundestagswahl am 24. September nimmt der Wahlkampf auch im Kreis Düren Fahrt auf. Mittlerweile haben fast alle Parteien Plakate mit den Konterfeis ihrer Kandidaten oder markigen Botschaften an Straßenlaternen platziert, an besonders strategischen Punkten im Kreisgebiet stehen auch wieder die sogenannten „Wesselmänner“, die großflächigen Werbetafeln.

Nur die Linke ist noch nicht vertreten, wird erst in der kommenden Woche einsteigen, wie der Kreisvorsitzende und Direktkandidat Valentin Veithen erklärt. Während die CDU „grundsätzlich keine Angaben zur Wahlkampffinanzierung macht“, wie Kreisgeschäftsführer Bernd Ramakers auf Nachfrage betont, weil der Wahlkampf ausschließlich von den Mitgliedern und über Spenden finanziert werde, spricht der Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Kreis Düren, Carsten Ganser, von einem Budget von 30.000 Euro für den Kreis Düren.

Das liege leicht über dem des Bundestagswahlkampfes 2013, aber unter dem des Landtagswahlkampfes im Frühjahr. Auch wenn die CDU konkrete Zahlen verschweigt, dürfte sie kaum weniger in ihre Kampagne im Kreisgebiet investieren, auch wenn sie zum Beispiel bei der Gestaltung der Plakate von der Bundespartei unterstützt wird.

„Die Zeit der Materialschlachten ist vorbei“, betont Carsten Ganser. „Was heute zählt, sind die Inhalte.“ Kleine Präsente dürfen an den Infoständen und beim Haustürwahlkampf natürlich dennoch nicht fehlen. SPD und CDU setzen dabei vor allem auf die Klassiker: Kugelschreiber und Blöckchen, die Genossen setzen zudem wie eigentlich immer bei Wahlkämpfen auch auf rote Rosen, um mit den Wählern, vor allem den weiblichen, ins Gespräch zu kommen. Dazu sollen auch die Waffelstände dienen, die die CDU seit Jahren an ihren Infoständen in den Fußgängerzonen in Düren und Jülich einsetzt, betont Ramakers.

Deutlich geringer als bei CDU und SPD ist erwartungsgemäß das Budget der „kleinen“ Parteien, wenngleich der Kreisverband der Grünen wie schon vor vier Jahren 20.000 Euro zur Verfügung gestellt hat, erklärt Sprecher und Direktkandidat Oliver Krischer (MdB). „Und ich gehe vier Wochen vor der Wahl davon aus, dass dies ausreichen wird.“ 2013 hatten die Grünen am Ende sogar noch einen Puffer übrig, gaben nur 16.000 Euro aus, erinnert sich Krischer.

Kreative Präsente

Materialschlachten früherer Wahlen gehören auch aus seiner Sicht der Vergangenheit an, obwohl die Grünen bei ihren Präsenten immer noch recht kreativ sind. „Von der Windmühle für Kinder bis zum Kondom reicht die Palette“, kündigt Krischer an. „Der klassische Kugelschreiber war bei uns noch nie so beliebt.“ Dafür werden die Grünen auch wieder Äpfel und Brötchen verteilen, um ins Gespräch mit dem Wähler zu kommen.

Nach Auskunft des FDP-Kreisvorsitzenden Alexander Willkomm investieren die Liberalen im Kreis Düren „einen mittleren vierstelligen Betrag“ in den Bundestagswahlkampf, in Plakate, Flyer, aber auch Give-aways wie Kugelschreiber. Die gibt es auch wieder bei den Linken, die aus der Kasse des Kreisverbands laut Valentin Veithen maximal 5000 Euro in die Hand nehmen wollen, aber auch noch auf Unterstützung der Bundespartei hoffen. „Wir werden vor allem bei unseren ersten Infoständen in Düren und Jülich kleine Beutel mit Infobroschüren und unserer Parteizeitung an die Bürger verteilen“, kündigt Veithen an, dass auch seine Partei inhaltlich punkten will.

Keine Angaben zum Wahlkampfkostenbudget machte der Kreissprecher und Direktkandidat der AfD, Bernd Essler. „Aus taktischen Gründen werden wir dazu nichts sagen“, erklärte Essler auf Nachfrage.

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