Fußballprofi Christoph Moritz verliert Arnoldsweiler nicht aus dem Blick

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Zu Beginn der vergangenen Saison lief es für Christoph Moritz (r.), hier im Duell mit dem Dortmunder Shinji Kagawa, noch rund. Jetzt will Moritz in Mainz wieder richtig angreifen. Foto: dpa

Düren. Am Montag hieß es für Christoph Moritz (25) Antreten zum Laktattest beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05. Der Fußballer aus Arnoldsweiler geht nach vier Jahren bei Schalke 04 jetzt in seine dritte Saison in Mainz. Und er hat große Ziele, wie er im Gespräch mit Guido Jansen erklärt.

Nach einer von Rückproblemen geprägten Vorsaison will Moritz endlich wieder richtig durchstarten. Arnoldsweiler und seinen Heimatverein Viktoria verliert der Fußballprofi dabei nicht aus dem Blick.

Wissen Sie, wer der neue Trainer bei Ihrem Heimatverein Viktoria Arnoldsweiler wird?

Moritz: Klar, Frank Rombey. Das verfolge ich in Mainz immer über das E-Paper der Dürener Zeitung. Außerdem bin ich mit einigen Spielern eng befreundet, beispielsweise mit Marcel Reisgies, der jetzt mit Frank Rombey aus der zweiten in die erste Mannschaft aufrückt.

Ihr Vater Willi war die ersten sieben Jahren Ihrer Karriere Ihr Trainer. Ist er jetzt immer noch Ihr Haupt-Kritiker?

Moritz: Das hat sich nicht großartig verändert. Meine Mutter und er verpassen eigentlich keines meiner Spiele, sind am Fernseher immer dabei. Früher habe ich aber viel häufiger im Zentrum seiner Kritik gestanden, heute nicht mehr so häufig. Vielleicht glaubt er ja, dass ich besser geworden bin.

In den vergangenen Monaten konnten Sie sich kaum verbessern, weil Sie ständig Rückenprobleme hatten. Wie geht´s dem Rücken?

Moritz: Das ist noch nicht komplett überstanden. Ich muss viel dehnen, viele Stabilitätsübungen machen. Wenn ich zum Beispiel lange im Auto unterwegs war, dann muss ich mich danach auf eine Matte legen und Übungen machen. Da sind einfach ein paar kleinere Probleme zusammengekommen. Ich habe eine Vorwölbung an einer Bandscheibe. Das ist nicht schlimm. Dazu kommt ein leichter Beckenschiefstand, ich hatte Probleme mit den Sprunggelenken. In der Summe hat das zu immer neuen Rückenschmerzen geführt.

Wo stehen Sie jetzt am Anfang der Saisonvorbereitung in Sachen Fitness?

Moritz: Ich bin zu 100 Prozent belastbar, aber fußballerisch sicher noch nicht bei 100 Prozent. Dafür fehlen mir einfach zwei, drei Monate gutes Training. Die Sommerpause kam für mich ungünstig. Gerade, als ich wieder ein bisschen in Tritt gekommen war, war die Saison vorbei. Irgendwie hab ich sowas wie Entzugsgefühle nach Fußball. Für mich wird es jetzt nicht ganz einfach, die nötige Spritzigkeit wieder aufzubauen. Ich bin eher ein Ausdauer-Typ. Und bis ich mir die Spritzigkeit antrainiert habe, dauert das irgendwie immer etwas länger.

Sie haben in der vergangenen Saison aufgrund der Rückenprobleme nur neun Spiele machen können. Da ergibt sich die Antwort auf die Frage nach Ihren Zielen für die neue Saison ganz von selbst, oder?

Moritz: Ja, das ist mein Ziel vor jeder Saison: so viele Spielanteile wie möglich haben. Ich muss mich jetzt Schritt für Schritt wieder an die 100 Prozent herantasten. Und wenn ich gut trainiere, dann werden die Minuten auf dem Spielfeld auch mehr.

In Mainz ist immer wieder zu lesen, dass Sie nicht nur als Fußballer wichtig für das Team sind, sondern aufgrund Ihrer positiven Ausstrahlung auch als Typ. Woher kommt diese Ausstrahlung? Sind Sie eine rheinische Frohnatur?

Moritz: Naja, ein Stinkstiefel war ich wohl noch nie. Wenn ich mit jemanden warm geworden bin, dann bin ich im Umgang schon offen. Das liegt aber auch am Umfeld in Mainz. Der Kraftraum ist unmittelbar neben dem Bereich, in dem du Freizeit verbringen kannst, zum Beispiel Tischtennis oder Basketball spielen kannst. Das machen wir häufig. So entsteht ein enger Zusammenhalt.

Ihr Bundesliga-Debüt liegt sechs Jahre zurück. Sind Sie mittlerweile ein gestandener Bundesligaspieler?

Moritz: Gestanden – das ist ein schönes Wort. Klar habe ich schon eine gewisse Zahl an Bundesligaspielen vorzuweisen. Aber ich würde mich nicht als gestanden bezeichnen. Bei mir schwingt da etwas Wehmut mit, weil ich verletzungsbedingt immer mal wieder ausgefallen bin. Wenn ich jetzt mal zwei Jahre am Stück konstant fit bin und meine Leistung bringe, dann bin ich vielleicht gestanden. Dann mache ich auch hoffentlich noch mal einen Sprung. Du wirst nur besser, wenn du immer wieder auf so hohem Niveau spielst.

Wo müssen Sie noch besser werden?

Moritz: Der Tag wird vermutlich nie kommen, an dem ich zu einem kompletten Kampfschwein auf dem Platz werde. Die vielen Jahre, die ich früher mit meinen Freunden einfach gekickt habe, haben mich sehr geprägt. Es ging immer um den Spaß und nicht darum, im Zweikampf richtig reinzuhauen. Da kann ich mich sicher noch steigern.

Rückblickend: War diese Intensität auch der größte Unterschied beim Sprung vom Junioren- in den Seniorenbereich?

Moritz: Ja, schon. Als ich 2009 zu Schalke gegangen bin, habe ich 73 Kilogramm gewogen. Da war es nötig, dass ich innerhalb von einer Saison fünf Kilogramm Muskeln zulege. Seitdem sind noch mal zwei Kilogramm dazugekommen. Es geht einfach viel körperbetonter zur Sache.

Seit Montag läuft die Vorbereitung in Mainz. Wie hat Ihre Vorbereitung auf die Vorbereitung ausgesehen?

Moritz: In den Tagen, in denen ich bei meinen Eltern in Arnoldsweiler zu Besuch bin, laufe ich immer meine alte Runde. Mein Elternhaus liegt zehn Meter von diesem Waldweg entfernt. Ich laufe dann nicht auf Zeit. Die Geschwindigkeit regele ich über den Puls. Am Anfang sollte der beim Laufen bei etwa 140 oder 150 liegen, später steigere ich das beim Intervalltraining auf maximal 200 Schläge pro Minute.

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