Fußball-WM: Ein Steilpass für Händler und Gastronomen

Von: Anja Klingbeil
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Verkaufsschlager: Vor und während der WM waren LCD-Fernseher auch im Geschäft von Uwe Gunkel stark gefragt. Foto: Lammertz

Düren. Laut röhrende Tröte: 2,50 Euro. Überzieher für die Außenspiegel des Autos in Länderfarben: 2 Euro. Deutschland-Flagge in Übergröße: 6 Euro. Gesichtsmaske in Schwarz-Rot-Gold: 4 Euro. Voodoo-Puppe: 7 Euro. Hawaiianischer Blumenschmuck: 2 Euro.

Keine kleine Summe, die da zusammenkommt, wenn sich der gemeine Fußballfan ordentlich für die WM ausstaffiert. Aber einfach nur Fußball gucken oder jubeln ohne Accessoires geht nun mal nicht mehr.

In Südafrika neigt sich so langsam die WM dem Ende entgegen. Bestes Indiz dafür: Auf Fanartikel jeglicher Art gibt es fette Reduzierungen von knapp 50 Prozent.

Alles für die Hälfte also - in zwei Jahren zur nächsten Europameisterschaft wird es mit Sicherheit wieder anderen schwarz-rot-goldenen Schnickschnack im Sortiment der Läden geben.

Doch nicht nur die Dürener Fanartikel-Verkäufer haben von den Weltfestspielen des Fußballs in den vergangenen Wochen mächtig profitiert.

Dicke 40 Prozent an Umsatzsteigerung im Bereich von Fernseh-Geräten meldet die Elektronik- und Hifi-Branche. „Das ist für uns ganz klar ein Sondergeschäft”, sagt Uwe Gunkel. Wobei der ganz große Andrang bereits vor dem ersten Anstoß in Südafrika zu verzeichnen war.

Klar, wer will schon bei der WM in die Röhre gucken. Schön flach und groß sollte es sein, das neue Schmuckstück im Wohnzimmer. Damit der Fan auch richtig sieht, wie Bastian Schweinsteiger geradezu durch die gegnerische Abwehr spaziert. „Vor allen Dingen LCD-Geräte ab einer Größe von 40 Zoll waren gefragt”, sagt Gunkel.

Aber keine Angst, LCD-Fernseher sind noch immer reichlich zu erstehen. Ganz anders sieht das aus, wenn es um Trikots der Nationalmannschaft geht. Der Dress von Jogis Jungs ist heiß begehrt, besonders in Schwarz. „Ausverkauft”, meldet Jörg Nepomuk, Geschäftsführer des Sporthauses Witzky.

Nur noch die weiße Variante gibt es zu kaufen. „Vor der WM haben die Menschen eher Trikots ohne Aufdruck gekauft. Jetzt sind besonders die von Özil und Müller gefragt - aber kein Wunder, oder?”, sagt Nepomuk.

Großer WM-Gewinner sind auch die Kneipen und Gaststätten. Denn nicht nur das Public Viewing vor dem Rathaus zieht die Massen in die Stadt. „Spielen die Deutschen, ist immer gute Stimmung”, sagt Barthel Hamacher, Inhaber von „Bei Junker Barthel” in Vettweiß. Das Traditionshaus, das in diesem Jahr sein 100-Jähriges feiert, ist schon von außen ganz auf Schwarz-Rot-Gold eingestellt.

Eine positive Bilanz zieht auch Gerhard Suhr. „Bei uns waren bisher bestimmt 20.000 Zuschauer,” sagt der Organisator des Rudelguckens in Düren, auch wenn das insgesamt weniger waren als bei der Europameisterschaft 2008.

Ein positiver Zwischenstand, der allerdings ein wenig durch die tropische Hitze getrübt wird: „Da bleiben die Leute aus, wenn es so heiß ist. Wir können keine Sonnenschirme aufstellen, sonst sieht niemand mehr die Leinwand.” Dennoch: „Die Stimmung ist gut. Das ist quasi Fußball und Karneval an einem Tag”, berichtet Suhr.

Friedlich geht es auch in Harrys American Bar zu. Die ist besonders voll, wenn Schweinsteiger & Co. kicken. Inhaber Nebi Esati hat in seiner Gaststätte gleich zwei große Fernseher installiert. Er stellt fest: „So eine Weltmeisterschaft lohnt sich auf jeden Fall für die Geschäftsleute hierzulande - auch wenn das ganze in Südafrika stattfindet.”
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