Funkenflug: Großfeuer in Indener Autoverwertung

Von: Jörg Abels
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Bis tief in die Nacht zum Mittwoch kämpften rund 250 Feuerwehrleute gegen die um 19.30 Uhr ausgebrochene Feuerbrunst. Foto: Jörg Abels

Inden. Es knallte – immer wieder. Airbags explodierten, Autoscheiben platzten unter der Hitze, vermutlich lösten auch Öl- und Benzinreste in den aufgetürmten und teilweise noch nicht ausgeschlachteten Schrottfahrzeugen kleinere Explosionen aus.

Bis tief in die Nacht zum Mittwoch kämpften rund 250 Feuerwehrleute aus dem Kreis Düren, aus Eschweiler und Weisweiler auf dem Gelände eines Autoverwerters im Gewerbegebiet Pier an der B 56 gegen die um 19.30 Uhr ausgebrochene Feuerbrunst. Auch THW und Rettungsdienst waren vor Ort.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei war bei Schredderarbeiten entstandener Funkenflug Auslöser des Flammeninfernos. Die Versuche der Mitarbeiter des Unternehmens, das Feuer selber zu löschen, scheiterten schnell. Die Feuerwehr löste Großalarm aus. Vor allem musste ein Übergreifen der Flammen auf eine Halle, in der Diesel und Altöl lagerten, verhindert werden.

Allein drei Drehleitern waren im Einsatz, um die meterhohen Flammen über dem am Ende rund 400 Quadratmeter großen, brennenden Schrottstapel zu bekämpfen. Dazu kamen zahlreiche Spezialfahrzeuge aus dem Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren. Gegen 21 Uhr gab sich Markus Wirtz, Wehrleiter aus Niederzier, vorsichtig optimistisch: „Wir können die Halle halten.“ Er sollte recht behalten. Die Gefahr einer großen Explosion war damit gebannt.

Eine schwarze Rauchwolke stieg kilometerweit sichtbar in den Abendhimmel und zog Richtung Aldenhoven. In umliegenden Orten kam es zu Geruchsbelästigungen. Permanente Luftmessungen der Feuerwehr im Bereich des Brandortes und in den angrenzenden Orte aber ergaben keine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht, erklärte Einsatzleiter Dr. Wilhelm Schwieren, stellvertretender Wehrchef aus Inden, auf Anfrage. Auch Löschwasser ist nicht in die freie Natur gelangt, sondern weitgehend auf dem Gelände verbleiben und konnte zum Teil abgesaugt werden, erklärte der stellvertretende Kreisbrandmeister Rudolf Esser.

Um die Flammen zu ersticken, setzte die Feuerwehr schließlich auf Schaum. Zu diesem Zweck wurde auch Material aus Köln und Aachen angefordert. „Wir haben den kompletten Schrottstapel eingedeckt“, erklärte Schwieren. Anschließend wurde der Berg mit einem Bagger auseinandergezogen, um auch die letzten Brandnester zu bekämpfen. In den Morgenstunden war der Brand gelöscht.

Die zwischen der Bundesstraße 56 und der Kreisstraße 34 während des Einsatzes gesperrte L 12 konnte am Mittwochmorgen gegen 7.45 Uhr wieder freigegeben werden. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht. Er musste zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Brandsachverständige der Polizei nahmen am Mittwochmorgen Ermittlungen auf. Dabei erhärtete sich die Vermutung, dass Funkenflug den Brand ausgelöst hat. Der entstandene Schaden wird auf rund 500.000 Euro geschätzt.

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