Drove/Heinsberg - „Fürst Bismarck“ zieht um: Aus dem Garten ins Museum

„Fürst Bismarck“ zieht um: Aus dem Garten ins Museum

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
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„Jetzt steht er da, wo er hingehört“, sagt seine ehemalige Besitzerin Heidi Nolden aus Drove. Ekkehard Begas, der Ururgroßenkel des Künstlers, betrachtet die Skulptur interessiert. Foto: D.Fischer
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Sie schenkte dem Haus Begas in Heinsberg die Bronzebüste: Heidi Nolden. Foto: D. Fischer

Drove/Heinsberg. Bisher hat „Fürst Bismarck“ in Drove im Garten von Heidi und Karl-Josef Nolden gewohnt. Jetzt ist er aus der Voreifel nach Heinsberg gezogen, ins Museum. Seit dem Wochenende ist die Bronzebüste, die der Künstler Reinhold Begas, geschaffen hat im Haus Begas zu sehen.

Und für die Familie Nolden war beim Festakt in dem Museum für Kunst und Regionalgeschichte an der Hochstraße in Heinsberg ein Ehrenplatz reserviert. Ihre Bismarck-Büste ist einer der neuen Hingucker in der Ausstellung.

„Ich hätte ihn ja nicht hergegeben“, sagt ihr Mann Karl-Josef neben ihr ein bisschen brummelig. Der pensionierte Lehrer für Deutsch und Geschichte hat seine zweite Staatsarbeit über Bismarck geschrieben. Deshalb ist seine Beziehung zum alten Reichskanzler eine besondere. Aber der Bronze-Kerl gehörte nun mal seiner Frau, und die sagte sich: Warum nicht jetzt? Warum erst umständlich ein Testament machen?

Heidi Nolden ist eine zupackende Frau. „Klein, aber kräftig“, sagt sie. Als Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann und Kurator Wolfgang Cortjaens kamen, um sich den Bismarck anzusehen, den sie gedachte dem Museum zu schenken, hat sie die lebensgroße Büste eigenhändig mit der Sackkarre herbeigerollt.

Am Wochenende saß die zierliche Dame aufrecht in der zweiten Stuhlreihe im zweiten Obergeschoss des Begas Hauses und lauschte den Gratulationen der Festredner. Alle sagten sie mit anderen Worten das gleiche: Das Heinsberger Haus ist genau der richtige Ort für ihren Begas.

„Jetzt glänzt er schön“

Mehr als 7500 Besucher haben die multimediale Ausstellung in Heinsberg seit der Eröffnung im vergangenen Jahr besucht. Auch Heidi Nolden war eine der Besucherinnen. Sie kam mit einer Führung des Dortmunder Museumsvereins nach Heinsberg. Zuerst wollte sie gar nicht mitgehen. Dann entdeckte sie eine kleine Bismarck-Büste. „Verdammt noch eins, das ist doch der, den wir im Garten stehen haben“, sagte sie damals. Die Kinder wollten ihn nicht, „langfristig muss er dahin, wo er hingehört“, sagt Heidi Nolden. Ins Heinsberger Begas Haus. Und da steht er jetzt.

Nach Vorträgen und Sektempfang macht sich die Droverin auf die Suche nach „ihrem“ Begas. „Jetzt glänzt er schön“, sagt Heidi Nolden, als sie ihre Bismarck-Büste gefunden hat. Sie kramt in ihrer Handtasche nach einem Foto. Da steht Bismarck etwas matt auf seinem moosigen Sockel in der Parkanlage, umgeben von einem uralten Rhododendron. Ob die Stelle noch zu sehen ist, wo er ihr von der Sackkarre gepurzelt ist? „Da, an der linken Augenbraue. Ja, man kann es noch sehen. Gebrauchsspuren“, sagt sie und lächelt. Ihr Bismarck ist jetzt in guter Gesellschaft, Aug’ in Aug’ mit dem Bismarck im Handtaschen-Format.

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