Düren - „Fürs Vaterland in den Tod“: Gedenken an den Ersten Weltkrieg

„Fürs Vaterland in den Tod“: Gedenken an den Ersten Weltkrieg

Von: Sarah Maria Berners
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Im Sommer vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus: Bürgermeister Paul Larue (links) und die Vertreter der Dürener Kulturinstitute präsentieren bis November eine Veranstaltungsreihe „Hundert Jahre Großer Krieg“. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Im Sommer 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, keine zwei Wochen später trafen fas zweihundert Verwundete an der Rur ein. Auch wenn Düren nicht so unmittelbar betroffen war, wie im Zweiten Weltkrieg, hat der Erste Weltkrieg Spuren hinterlassen.

Soldaten kamen durch die Stadt, die Stadt stellte Grundstücke für den Bau einer Luftschiffhalle zur Verfügung. Die Versorgung mit Lebensmitteln nahm eine dramatische Entwicklung an.

Gesprächslosigkeit

„Als wir begonnen haben, das Jahresprogramm zum Gedenken an ‚Hundert Jahre Großer Krieg‘ zusammengestellt haben, dachten wir, dass wir dies mit einem in Frieden lebenden Europa kontrastieren könnten“, sagt Bürgermeister Paul Larue. „Aber jetzt stehen Teile von Europa wieder in Flammen“, spielt Larue auf die Ukraine an. Und er mahnt in diesem Zusammenhang, aus der Geschichte zu lernen: „Es ist wichtig, dass wir den Gesprächsfaden nie abreißen lassen.“

Imperialismus, Nationalismus der europäischen Mächte verbunden mit Wettrüsten, internationaler Blockbildung und Gesprächslosigkeit zwischen den Regierenden seien damals wesentliche Faktoren gewesen, die in den Ersten Weltkrieg geführt hätten.

Zum Gedenken sind in Düren für dieses Jahr zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen geplant. Im Stadtmuseum, dem Leopold-Hoesch-Museum und der LVR-Klinik wurden bereits sehenswerte Ausstellungen zum Thema eröffnet. Darüber hinaus hat das Stadtarchiv die Ausstellung „Fürs Vaterland in den Tod“ konzipiert, die vom 18. Mai bis 29. Juni auf Schloss Burgau zu sehen ist. Bei der Eröffnung wird Walter Ullrich, Intendant der Landesbühne Rheinland-Pfalz, Texte des Heimatdichters Josef Schregel rezitieren.

„Wir wollen auch die heutige Jugend mit der damaligen Denkweise konfrontieren“, erklärt Bernd Hahne vom Stadtmuseum, der Initiator der Veranstaltungsreihe ist. Die Jugendlichen seien damals mit Inbrunst in den Krieg gezogen, die Menschen seien unter Druck gesetzt worden, Kriegsanleihen zu kaufen.

In diesem Rahmen ist geplant, dass Angela-Schüler Texte Gleichaltriger aus dem Dürener Heimatalltag und von der Front lesen (Stadtmuseum, Donnerstag, 20. November, 19 Uhr). Dürener Vorlesepaten werden am 22. Oktober, 19.30 Uhr, in der Stadtbücherei Feldpostbriefe vorlesen. In diesen wird die anfängliche Begeisterung deutlich. Sie zeigen aber auch, dass diese Schrecken und Ohnmacht Platz machte.

Zeitzeugnisse gesucht

Bernd Hahne betont, dass die Geschichte noch nicht aufgearbeitet sei, interessant seien auch die technologischen, strukturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die mit dem Krieg einhergingen. „Über den Krieg zu recherchieren ist nie angenehm“, sagt Helmut Krebs, Leiter des Stadt- und Kreisarchivs und kommissarischer Leiter des Kulturbetriebs. Trotzdem sind er und Bernd Hahne immer auf der Suche nach weiteren Dokumenten aus der Vergangenheit.

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