Für zwei Wochen der Chef sein: Azubis übernehmen Discounter-Filiale

Von: Anne Wildermann
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Routiniert, höflich und schnell: Azubi Max Reuter kassiert als Jüngster im Team bei Kundin Silvia Fioretto aus Düren. Foto: Anne Wildermann
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Daniel Toppmöller leitet für eine Woche die Filiale in Düren.
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Routiniert, höflich und schnell: Azubi Max Reuter kassiert als jüngster im Team Kundin Silvia Fioretto aus Düren Foto: Anne Wildermann

Düren. Noch ist es recht entspannt im Supermarkt an der Monschauer Straße. Nur wenige Kunden schlendern gegen 10 Uhr durch die Gänge und kaufen ein. Für sie ist es ein ganz normaler Tag. Für Daniel Toppmöller (23) nicht. Der Auszubildende im dritten Lehrjahr hat für eine Woche das Sagen im Lidl-Discounter. Die Stammbelegschaft hat Urlaub, und mit zehn anderen Azubis führt er die Filiale.

„Die einzige Sorge, die ich habe, ist, dass sich unser Team untereinander nicht versteht“, sagt er und hängt neue Preisschilder über Äpfel und Kürbisse. „Es ist wichtig, dass man nicht nur hierherkommt und arbeitet, sondern auch Spaß dabei hat“, betont er. Er weiß: Wenn Fehler passieren, fallen diese auf ihn und sein Team zurück.

Toppmöllers Schicht beginnt um 6.15 Uhr und dauert bis 14 Uhr. Dann kommt die Ablöse. Jedes Team besteht aus vier Leuten. Insgesamt arbeiten 22 Azubis für 14 Tage in der Filiale, die ursprünglich in Geschäften in Aachen, Frechen oder in der Eifel arbeiten und sich nur von Seminaren kennen. Zusammengearbeitet haben sie bisher noch nicht. Ganz auf sich allein gestellt ist der Nachwuchs allerdings nicht. Mittags wird hin und wieder der Verkaufsleiter, der für alle acht Filialen in Düren zuständig ist, vorbeikommen. Mit ihm wird Toppmöller einen Rundgang machen und prüfen, ob die Ware richtig präsentiert wird und die ersten Weihnachtsartikel schon ausgestellt sind.

Patrick Schneider (21) ist ebenfalls im dritten Lehrjahr und macht seinen Kaufmann im Einzelhandel. Er arbeitet mit Toppmöller zusammen, wird aber in der zweiten Woche den Chefposten übernehmen. „Zu den Aufgaben eines Filialleiters gehören Bestellungen, Schichteinteilung, Aufgaben verteilen und auch, Ware in die Regale einräumen“, zählt er auf, während er vor dem Weinregal steht und mit einem Handcomputer prüft, ob er Flaschen nachbestellen muss.

Max Reuter ist mit seinen 17 Jahren der Jüngste im Team. Er sitzt an der Kasse und zieht die Ware von Silvia Fioretto (53) über den Scanner. „Eigentlich ist meine Stammfiliale in Köln. Dort bin ich hauptsächlich für die Disposition zuständig“, sagt er. In Köln hat er seinen Filialleiter bisher nur für maximal zwei Stunden am Tag vertreten. „Es ist uns als Ausbildungsbetrieb wichtig, die jungen Leute früh an diese Aufgabe heranzuführen“, sagt Daniela Bergweiler (33), die im Konzern für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist. Neben dem Kassieren kümmert sich Reuter um das Obst und das Gemüse, Molkereiprodukte und die Backecke. Nächste Woche wird er mit anderen Azubis bei der Lebensmittelverteilung der Dürener Tafel helfen.

Neben dem Kennenlernen von Führungsaufgaben wird auch das soziale Engagement der Auszubildenden gefördert. Außerdem werden die jungen Männer und Frauen in der kommenden Woche auf den Verkauf von Plastiktüten verzichten. „Ab Februar 2017 verkaufen wir ohnehin keine Plastiktüten mehr, mit dieser Aktion starten wir das Pilotprojekt“, erklärt Daniela Bergweiler. „Es geht eben auch nachhaltig“, ergänzt Patrick Schneider .

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