Für die Misshandlung der Kinder fehlen die Beweise

Von: hp
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Düren. Von katastrophalen Missständen berichtete ein Mitarbeiter des Jugendamtes vor dem Schöffengericht und von einer vermüllten und verdreckten Wohnung eines jungen Ehepaares. Schon vor fünf Jahren, nach der Geburt des ersten von heute drei Kindern, habe die Familie im Fokus gestanden.

Von Amts wegen habe man der heute 25-jährigen Mutter und dem 30 Jahre alten Vater „ein Höchstmaß ambulanter Hilfen zukommen lassen. Zur Anklage des Staatsanwaltschaft kam es, als eine ehemalige Bekannte des Paares nach dem Gespräch mit einem Sachbearbeiter des Jugendamtes Anzeige erstattet hatte. So musste sich das Paar seit dem 18. Juli wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, wegen Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen zwischen August 2010 und April 2011 verantworten. Auf der Anklagebank saß auch die Mutter des 30-jährigen Ehemanns, eine 61-Jährige, die dem ältesten Kind heftig auf die Finger geschlagen haben soll. Die Oma sprach dagegen nur von einem leichten Klaps.

Vorgeworfen wurden der 25-Jährigen ihre Erziehungsmethoden. So habe der knapp Dreijährige nach Verfehlungen – teilweise mit durchnässter Windel – längere Zeit in der Ecke stehen müssen. Zu den Vorwürfen gehörte auch die Vernachlässigung des jüngsten Kindes. Bei einer ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass der Säugling an Gewicht verloren hatte, was auf eine falsche oder zu geringe Ernährung zurückzuführen sei. Diese Vorwürfe wurden von den Verteidigern dahin gehend entschärft, dass dies nicht einmal einer Kinderkrankenschwester, die damals der Familie zur Hand ging, aufgefallen sei.

Über die Hauptbelastungszeugin sagte das Ehepaar, die Frau wolle sich rächen, weil sie nicht Patin des jüngsten Sohn geworden sei. Als Strafe beantragte der Staatsanwalt für die 61-Jährige 80 Tagessätze à zehn Euro sowie für das Ehepaar jeweils drei Jahre Haft. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann sprach von „erheblichen familiären Missständen und Erziehungsmethoden“ und verurteilte die Oma sowie die Mutter wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu 60 und 90 Tagessätzen zu je zehn Euro. Der 30-Jährige wurde freigesprochen.

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