Für die Feuerwehren sind Ölspureinsätze sehr aufwendig

Von: asw
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Gerade freiwillige Feuerwehrleute müssen für Einsätze bei Ölspuren aus der Arbeit geholt werden. Foto: Imago/Becker&Bredel

Düren. Die Feuerwehr soll weniger Ölspuren auf den Verkehrsstraßen abstreuen. Das hat Christoph Schöneborn, Sprecher des Landesverbandes der Feuerwehren (VdF), in einem Interview gefordert. Seiner Ansicht nach sinke die Bereitschaft der Arbeitgeber, ehrenamtliche Feuerwehrleute für solche Einsätze freizustellen. Daher solle die Aufgabe neu verteilt werden.

Im Kreis Düren wird das Abstreuen und Wegkehren von Ölspuren auf den Straßen unterschiedlich gehandhabt. Die Freiwillige Feuerwehr Kreuzau empfindet solche Einsätze auch eine Belastung. „Wir würden diese Arbeit gerne abgeben“, sagt Wehrleiter Guido Klüver. In der Stadt Düren ist ebenfalls die Feuerwehr zuständig wie Patric Ramacher, stellvertretender Amtsleiter für Feuer- und Zivilschutz der Stadt Düren, auf DZ-Anfrage betätigt.

Anders ist es in der Gemeinde Vettweiß. Dort kümmert sich um das Abstreuen und Aufkehren der Ölspur der Bauhof. „Es ist bei uns geübte Praxi, dass sich bei allen Ölspuren während der Dienstzeit der Verwaltung der Bauhof kümmert. Das passiert in Absprache mit der Feuerwehr“, sagt Peter Hüvelmann, Bauamtsleiter von Vettweiß.

Bis 2007 war der Straßenbaulastträger für die Beseitigung von Ölspuren zuständig. Straßenbaulastträger kann entweder die Kommune, das Land oder der Bund sein. „Generell gilt, dass alle Ölspuren als Unglücksfälle eingestuft werden und für alle Unglücksfälle ist die Feuerwehr zuständig“, erklärt Klüver. Geht ein Anruf bei Klüver und seinen Kollegen ein, müssen sie ausrücken und nachschauen, was genau passiert ist.

„Handelt es sich dabei um eine Benzin-, Diesel- oder Ölspur? Liegt eine Umwelt- oder Verkehrsgefährdung vor? Wenn alles zutrifft, müssen von der Feuerwehr geeignete Maßnahmen wie Abstreuen und Aufkehren ergriffen werden. Wenn nicht, dann verständigen die Einsatzkräfte den Straßenbaulastträger“, erklärt Klüver.

Nachteil eines solchen Einsatzes für freiwillige Feuerwehrleute: Erst vor Ort können sie die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer einstufen. Für diesen Einsatz müssen dann viele Feuerwehrleute aus der Arbeit oder aus der Freizeit geholt werden. „Vor allem tagsüber ist das schwer, wenn der Freiwillige zu seinem Chef sagt, er müsse mal kurz seine Arbeit wegen einer Ölspur unterbrechen“, sagt Klüver.

Und sollten Bauhof und Straßenmeisterei, die sich um weniger schwerwiegenden Fälle kümmern, nicht erreichbar sein oder gar keinen Dienst mehr haben, müssen die Feuerwehrleute am Unglücksort bleiben und die Ölspur abstreuen – auch wenn keine Umwelt- oder Verkehrsgefährdung vorliegt. 2015 musste die Freiwillige Feuerwehr Kreuzau 25 Mal wegen Ölspuren auf den Straßen ausrücken, 2014 waren es sogar 32 Einsätze. Laut Klüver machen diese Einsätze etwa ein Fünftel aller Feuerwehreinsätze in Kreuzau aus. In NRW bewegt sich die Zahl dieser Einsätze im fünfstelligen Bereich.

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