Fünftes Bürgergespräch: Stadthalle erhitzt die Gemüter

Von: han
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Stadthalle Düren
Fünftes Bürgergespräch im Dürener Stadtmuseum: Die Entwicklungen rund um Dürens einstmals erste Adresse werden auch emotional diskutiert - vor allem die Stadthalle erhitzt die Gemüter. Foto: Abels

Düren. Ist die Stadt an der Rur ein Bau-Sündenpfuhl? Hart ins Gericht gingen beim fünften Bürgergespräch mit Professor Wolfgang Meisenheimer im Stadtmuseum sowohl der Moderator wie auch die interessierten Besucher mit den Planungen der Stadt Düren.

Eine Gesprächs- und Abendstimmung zwischen Aufbruch und Entsetzen, zwischen Verklärung und Realitätssinn, zwischen Emotionen und politischer Abgeklärtheit. Vor allem das Thema Stadthalle erhitzte die Gemüter, wurde von einigen in der Rückschau quasi zum Kult verklärt.

Erster Kuss, erste Liebe, tolle Bälle - vor allem in der Karnevalszeit. Mit Folgen für Scheidungsanwälte und Standesämter, wie ein Besucher spöttisch bemerke. Die emotional berührten Diskutanten forderten dementsprechend den Wiederaufbau der Stadthalle.

Politiker wie Friedhelm Wirges brachte Realitäten ins Spiel, wie den Niedergang der einstigen „guten Stube” der Stadt. Er erinnerte daran, dass gerade auch deswegen das Haus der Stadt geplant worden sei. Und manche Gesprächsteilnehmer wussten sehr wohl noch, dass die Stadt mehrmals mit Millionen D-Mark „den Billigbau aus den 50er Jahren”, wie ihn einst ein Stadtdirektor bezeichnete, renovieren musste.

„Ein Fass ohne Boden”, wie aus damaligen Sitzungsprotokollen entsprechender Gremien zu entnehmen ist. Ein Bauprodukt, das aus der „Euphorie der Moderne” entstanden war, blickte Professor Wolfgang Meisenheim in der Diskussion um das von Professor Mertens entworfene Gebäude im Bauhausstil zurück: eine Stadthalle im Park, die zu meditativer Stimmung anregen sollte.

Die Pläne des neuen Investors wurden eher kritisch gesehen. Verena Schloemer von den Grünen fragte klar: „Was wollen wir?” Und so stand nostalgisches Denken der Frage nach dem Machbaren gegenüber. Für den Künstler und Architekten wäre eine „Stadthallen-Lösung” Wellnessbereich, Stadtwohnungen und ein Part, der speziell den umliegenden Schulen gewidmet ist.

Als dann Bernd Hahne vom Stadtmuseum von der „stillen zurückhaltenden Schönheit der Stadt” sprach, hatte er sicherlich nicht die „Bausünde an der Post” im Blick. „Ich sehe lauter Rückseiten” klagte Meisenheimer, der ironisch davon sprach, „dass dort ein wundervolles Kaufhaus” entstanden sei. „Wir blicken auf die Unterhose eines Stadtviertels” kritisierte er die fehlende Fassade an der Hohenzollernstraße. „Der Ring der Innenstadt” sei aufgebrochen, das Postgelände „ein Schandfleck, ein Desaster!”

Das Gelände ist für ihn zwar verloren, aber dennoch sieht er Möglichkeiten, den „Lebensbereich Innenstadt” zu wahren und den Ring um die City zu wahren. Seiner Meinung nach müssten „die Leute” gezwungen werden zu bauen, um das Viertel zu schließen. Die Gestaltung der Pletzergasse sieht er nur „als Kaschierung des Parkhauses mit seinen Abgasen”. Einig war sich der Gesprächskreis, dass die Stadt einen Gestaltungsbeirat brauche.
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