Fünf Jahre Haft für 38-Jährigen wegen Anbau von Hanf

Von: wos
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Cannabis / Hanf / Marihuana Symbol Symbolbild: dpa
Ein Mann betrieb in Nörvenich zwei „Hasch“-Häuser mit einem Helfer. Symbolbild: dpa

Aachen/Düren. Die Nummer vom großen unbekannten Boss hat die 9. Große Strafkammer am Aachener Landgericht dem wegen umfangreichen Drogenanbaus angeklagten Khanh Liem T. (38) nicht abgenommen, er wurde wie sein Helfer Ngoe Canh H. am Mittwoch zu einer Haftstrafe verurteilt.

Die Vorsitzende der Kammer, Richterin Melanie Theiner, sah es als erwiesen an, dass der aus Bonn stammende T. in den beiden Hasch-Häusern, die in Nörvenich zwischen Ende 2014 und April 2016 betrieben wurden, umfangreiche Ernten von Marihuana eingefahren hatte. Deswegen bekam der Drogenanbauer eine Haftstrafe von fünf Jahren.

Alle seine mühseligen Rechtfertigungsversuche, die er in der mehr als zehntägigen Hauptverhandlung abgegeben habe, seien absolut fadenscheinig, befand die Vorsitzende. Der Mitangeklagte H. hatte bei dem umfangreichen Drogenanbau, der in den beiden Häusern in Plantagen über drei Etagen angelegt war, als Erntehelfer und Drogengärtner gearbeitet. Deswegen kassierte H. eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen Beihilfe zu den Taten.

Aufgefallen waren die Nörvenicher auch, weil sie in großem Umfang Storm vom Anbieter RWE abgezweigt hatten. Nach Rechnung des Gerichts müssen sie für den Stromklau rund 67.000 Euro an den Stromanbieter nachzahlen.

Die Polizei hatte im Frühjahr 2016 begonnen, eines der beiden Häuser zu observieren und ermittelte so die Personen, die hier „nach dem Rechten“ sahen. Insgesamt soll T., für die Produktion von knapp 50 Kilogramm Marihuana-Pflanzen verantwortlich sein, pro Ernte habe er einen Erlös von knapp 90.000 Euro erzielt, die Anklage ging von einem Erlöswert von knapp einer halben Million Euro aus.

Weitere Hintermänner hatte die Kammer nicht ermitteln können, obgleich T. sich auf dunkle Kanäle berief. Die Kammer sah es aber nicht als nachweisbar an, dass die beiden Angeklagten als Teil einer Bande die umfangreichen „Gartenarbeiten“ erledigt hätten.

Der Angeklagte H. hatte gesagt, er sei aus Geldnot ins Kasino im niederländischen Venlo gegangen. Dort habe er T. kennengelernt, der ihn als Gehilfe engagiert habe. Von T. wurde sichergestelltes Geld in Höhe von 100.000 Euro eingezogen.

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