Fuchs-Brot-Rettung kostet über 60 Jobs

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Die insolvente Fuchs-Brot GmbH mit Sitz an der Nideggener Straße ist gerettet. Großbäcker Matthias Blatter steigt ein. Foto: Abels

Düren. Die Zukunft der insolventen Großbäckerei Fuchs-Brot GmbH ist gesichert. Wie Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum am Mittwoch bekanntgab, steigt der 27-jährige Großbäcker Matthias Blatter zum 1. September beim Dürener Traditionsunternehmen ein und übernimmt mit einem neuen Geschäftsmodell auch die Geschäftsführung. Über den Kaufpreis wurde stillschweigen vereinbart.

Allerdings werden der Rettung der 1864 gegründeten Brotfabrik über 60 Arbeitsplätze und zahlreiche Filialen zum Opfer fallen. Als der Dürener Rechtsanwalt Jörg Zumbaum im April als Insolvenzverwalter die Führung des Unternehmens übernahm, waren noch 165 Mitarbeiter in der Produktion in Düren und in 27 Filialen beschäftigt. Seitdem ist die Firma auf 19 Filialen und 120 Mitarbeiter geschrumpft. Damit aber ist das Ende noch nicht erreicht. Im Dialog mit den Vermietern der einzelnen Shops soll die Fuchs-Brot GmbH am Ende des Sanierungsprozesses eine Größe von rund 100 Mitarbeitern in der Produktion und in etwa 15 Filialen erreichen.

Eine Schlüsselrolle wird dabei nach Firmenangaben ein Aachener Vermieter spielen, auf dessen Kooperation die Akteure nach 27-jähriger Zusammenarbeit auch weiterhin hoffen. „Bei Fuchs-Brot ist es in den kommenden Monaten vor allem unsere Aufgabe, mit dem gesamten Team neue Konzepte zu entwickeln, zusätzliche Produkte zu schaffen sowie uns mit Treueaktionen bei den Kunden in den Filialen zu bedanken“, erklärt der neue Geschäftsführer Matthias Blatter, der neben Fuchs-Brot zwei weitere Großbäckereien betreibt, die Blatter GmbH in Moers und die Senner Backhaus GmbH in Bielefeld. Seine Firmen konzentrieren sich nicht nur auf das Filialgeschäft, sondern auch auf die Belieferung von Großkunden wie Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeheime sowie Kantinen.

Bei der Entscheidung für Fuchs-Brot Düren spielte für Blatter nach eigenen Angaben vor allem ein strategischer Punkt eine große Rolle. „Durch dass nunmehr mit der Fuchs-Übernahme erschlossene Rheinland, insbesondere die Region Düren/Aachen, können wir künftig Groß- und Endkunden in ganz NRW mit Backwaren beliefern,“ sagte Blatter. Die Belegschaft ist am Mittwoch über den Verkauf und die Zukunftspläne informiert worden.

Die Fuchs-Brot GmbH war im Frühjahr aufgrund des hohen Verdrängungswettbewerbs auf einem hart umkämpften Markt, aber auch infolge eines mehrwöchigen Produktions-Stopps, der vom Amt für Verbraucherschutz veranlasst worden war, zum zweiten Mal nach 2003 in finanzielle Schieflage geraten. Schon damals war Jörg Zumbaum als Insolvenzverwalter die Rettung des Unternehmens gelungen.

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