„Frühwerke – Spätwerke“ soll die Menschen nach Heimbach locken

Von: Sarah Maria Berners
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Vom 3. bis zum 9. Juni stehen die Turbinen im Kraftwerk Heimbach still, stattdessen erklingt klassische Musik. Foto: Kolb, Berners
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Der künstlerische Leiter Lars Vogt (Mitte) und seine Mitstreiter von RWE, Kunstförderverein und Deutschlandfunk freuen sich auf die Spannungen.

Heimbach. „Wir werden älter.“ Das haben Lars Vogt und Christian Tetzlaff festgestellt, als sie sich zusammensetzten, um über das Programm für das Kammermusikfest „Spannungen“ zu sprechen. Und aus dieser beinahe beiläufigen Bemerkung über das Leben wurde ein Rahmen für die Konzertreihe im Jugendstilkraftwerk in Heimbach.

„Frühwerke – Spätwerke“ lautet der rote Faden für die 16. Konzertreihe, die vom 1. bis zum 9. Juni wieder bis zu 7000 Menschen nach Heimbach locken wird.

Mit den Früh- und Spätwerken bekannter Komponisten schaffen die Musiker einen spannungsreichen Bogen für ihre Konzerte. So erklingt beim Montagskonzert Wolfgang Amadeus Mozarts 1. Symphonie zum Auftakt und nach Werken von Frank Martin und George Antheil schließt der Abend mit Mozarts Streichquintett in g-Moll. Am Donnerstag bilden Franz Schuberts Streichquartett Nr. 2 und Nr. 15 den Bogen.

„Unruhiges Fahrwasser“

„Unter den Musikern werden sie alte Bekannte und viele neue Gesichter finden“, erklärt der künstlerische Leiter Lars Vogt, der in Düren aufgewachsen ist. Neue Musiker seien wichtig, um der Konzertreihe neue Impulse zu geben. „Und junge Leute, die ein Stück zum ersten Mal spielen, hinterfragen es. Sie wollen wissen, warum wir es so und nicht anders machen“, schildert Vogt. Für die Musik sei dieses „unruhige Fahrwasser“ bereichernd. Und die jungen Talente könnten in Heimbach viel lernen.

„Bei den Spannungen spielen sie anspruchsvolle Stücke. Wir werfen sie manchmal ins kalte Wasser. Aber so lernt man am besten“, betont Vogt. Außergewöhnlich sei in diesem Jahr der hohe Anteil an Blechbläsern. Mit Joergen van Rijen komme, zitiert Vogt einen Musikerkollegen, „der beste Posaunist der Welt“ nach Heimbach. „Auch für mich werden die Spannungen eine Entdeckungsreise“, sagt der künstlerische Leiter. So sitzt er bei Leoš Janáeks „Capriccio für Klavier (linke Hand), Flöte und sechs Blechblasinstrumente“ am Flügel. „Stücke dieses Komponisten dürften sonst kaum irgendwo zu finden sein“, betont Vogt.

Außergewöhnlich sei im Programm auch Rudolph Karels „Nonett für Streichquartett und Bläserquintett“, das er im Gefängnis auf Toilettenpapier notiert haben soll. Die Auftragskomposition kommt in diesem Jahr von dem Tschechen Kryštof Maatka und wird von Lars Vogt zu Gehör gebracht. „Hoffentlich wird sie schnell fertig, damit ich auch genug üben kann“, sagte Vogt. Schließlich sei er zuvor viel unterwegs. Als weiteren besonderen Programmpunkt kündigt Vogt die „Schumann-Nacht“ an, bei der der Dürener Autor Dieter Kühn aus seinem Buch „Clara Schumann, Klavier“ lesen wird.

Boyl Kang, Aaron Pilsan und Danae Dörken (alle Klavier) sind in diesem Jahr die Stipendiaten. „Mit diesen jungen Musikern wollen wir andere junge Menschen für die klassische Musik begeistern“, erklärt Vogt. Und daher hat Monika Hoenen wieder ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendlichen, mit Konzertbesuchen, Workshops, Schulbesuchen und Förderpreisen zusammengestellt. Die Grundschule Winden wird mit ihrem Chorprojekt auf der Bühne stehen, die Turmbläser unter Leitung von Renold Quade werden die Konzerte ankündigen.

„Es ist einmalig, dass ein Festival dieser Klasse nur von Ehrenamtlern gemanagt wird, die dennoch professionelle Arbeit leisten“, lobte Dr. Hans-Joachim Güttler vom veranstaltenden Arbeitskreis Spannungen des Kunstfördervereins Düren sein Team. Und auch Thomas Leitl vom Hauptsponsor RWE freut sich über das „Musikfestival der besonderen Art“. „Eine regional bekannte Konzertreihe hat sich zur einem international renommierten Festival entwickelt“, lobte er die Organisatoren und den künstlerischen Leiter.

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