Früheres Bettenhaus als Alternative fürs Stadtmuseum?

Von: Jörg Abels
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Die „Ampel“ will am 14. Oktober im Stadtrat beantragen, das ehemalige Bettenhaus Thiemonds als alternativen Standort für das sanierungsbedürftige Stadtmuseum zu untersuchen. Foto: Abels
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Das Stadtmuseum ist stark renovierungsbedürftig. Foto: Abels

Düren. Neuerliche Kehrtwende in der Diskussion um die Zukunft des Stadtmuseums: Ein Ankauf des sanierungsbedürftigen Gebäudes an der Arnoldsweilerstraße kommt für die „Ampel“-Fraktion im Stadtrat nicht mehr infrage.

Der Grund sind die Sanierungskosten, die sich nach einer intensiven Auseinandersetzung des städtischen Gebäudemanagements mit dem seit wenigen Wochen vorliegenden Gutachten auf nunmehr 2,3 bis 2,5 Millionen Euro belaufen, erklärt SPD-Fraktionschef Henner Schmidt. Bislang war auch die Koalition davon ausgegangen, dass der Zustand des Gebäudes noch so gut sei, dass man fünf bis zehn Jahre ohne große Investitionen überbrücken könne. Das jedoch sei ein Trugschluss.

„Bei den bisher im Raum stehenden Sanierungskosten von 450.000 Euro hat man offenbar nur das Obergeschoss betrachtet, erklärt Schmidt nach Rücksprache mit Gebäudemanager Helmut Harperscheidt. Jetzt aber ist klar: Neben einer PCB-Sanierung und dem Austausch der Fenster müsste binnen drei Jahren auch die Betonfassade erneuert werden. Arbeiten, die bei laufendem Museumsbetrieb nicht durchgeführt werden können. Das Stadtmuseum müsste ein Jahr, voraussichtlich auch länger, ausweichen. Das alles will die „Ampel“ nicht.

Auf der Suche nach einem neuen Quartier spricht Henner Schmidt von einer glücklichen Fügung: „Die Eigentümer des ehemaligen Bettenhauses Thiemonds wollen verkaufen“, erklärt der SPD-Politiker. Für ihn und Verena Schloemer (Grüne) wäre der Standort mitten im Masterplan-Gebiet an der Josef-Schregel-Straße mit einem 700 Quadratmeter großen Ladenlokal, einem 400 Quadratmeter großen Lager und ausreichend Büros, die auch noch anderweitig genutzt werden könnten, ideal. Das Museum würde das Umfeld spürbar aufwerten.

Die Geschichte des Stadtmuseums habe zudem 2009 mit einer Ausstellung in dem 50er-Jahre-Gebäude begonnen, das benachbarte Hotel könnte ein Museumscafé anbieten. „Jetzt muss die Verwaltung die Machbarkeit prüfen“, betont Schmidt, zumal der Museumsverein dem Vorhaben offenbar positiv gegenüberstehe, wie Verena Schloemer betont. Das ehemalige Bettenhaus müsste zwar ebenfalls saniert werden, „aber wir investieren lieber 2,5 Millionen Euro in ein Gebäude an der richtigen, statt an der falschen Stelle“, erklärt Schmidt.

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