Niederzier - Frohn: Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden

Frohn: Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden

Von: Jörg Abels
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Unternehmer Peter Frohn strebt für die CDU das Bürgermeisteramt an. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Von einem „respektablen Ergebnis“ wie noch kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt im April ist bei Peter Frohn keine Rede mehr. Der 55-jährige Diplom-Volkswirt und Finanzpolitiker der Niederzierer CDU-Fraktion hat „Lunte gerochen“. Unzählige Gespräche in den vergangenen Wochen nicht nur mit Wählern der eigenen Partei haben ihn nach eigenen Angaben bestärkt.

„Wir wollen unser Ziel erreichen“, gibt sich der Herausforderer jetzt kämpferisch. Und er räumt ein: „Seit meiner Kandidatur gehe ich mit ganz anderen Augen durch die Gemeinde.“ Der Blick geht über seinen Wohnort Ellen, in dem er Vorsitzender des CDU-Ortsverbands ist, hinaus aufs Ganze. Und dabei sind ihm zum Beispiel die vielen ungepflegten Grünanlagen und -beete in der Gemeinde ein Dorn im Auge.

„Die Mitarbeiter des Bauhofs sind fleißig, benötigen aber bei der Vielzahl der zu pflegenden Bereiche mehr Unterstützung“, betont Frohn. Als Bürgermeister würde er daher den Bauhof personell aufstocken um ein bis zwei Mitarbeiter, auch wenn damit ein Anstieg der Personalkosten verbunden wäre.

„Man muss aber auch mal Geld in die Hand nehmen und perspektivisch denken“, hält der CDU-Politiker nichts davon, kommunales Handeln auch in einer seit Jahren schuldenfreien Gemeinde wie Niederzier immer nur dem Spardiktat zu unterwerfen: „Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden.“

Um Gebäude wie das zuletzt heftig umstrittene Lehrschwimmbecken in Hambach zu erhalten, würde Frohn anders als die Genossen mit dem neu gegründeten Förderverein eine konzeptionell und finanziell tragfähige Lösung suchen. Das zuletzt von der SPD-Mehrheit im Rat beschlossene „Nein“ zu einer Sanierung dürfe nicht das letzte Wort sein.

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze hat für Peter Frohn Priorität. Er denkt dabei angesichts der Nähe der Gemeinde zum Forschungszentrum und zur FH Jülich an ein Gründerzentrum, um gut ausgebildete junge Menschen in der Region zu binden. Ein Standort entlang der Rurtalbahnstrecke und der B56 sei ideal. Um ein solches Gründerzentrum zu finanzieren, nimmt Frohn auch Tagebaubetreiber RWE Power in die Pflicht, schließlich spare der mit dem Indensee Millionen, „die in der Region bleiben müssen“.

„Agieren, nicht reagieren“, lautet sein Credo bei der „dringend benötigten“ Ausweisung neuer Gewerbegebiete. „Ich hätte die seinerzeit bereit gestellten Fördermittel zur Erschließung des Gewerbegebiets Rurbenden/Talbenden genutzt“, geht Frohn auf Konfrontationskurs zur SPD, die das Thema mangels Nachfrage der Wirtschaft in der Vergangenheit auf die lange Bank geschoben hatte, keine Rübenfelder beleuchten wollte, „so dass die Fördermittel zurückgezahlt werden mussten“. Frohn weiter: „Nur mit einer „angebotsorientierten Wirtschaftspolitik“ und aktiver Ansprache von Investoren kann man ein solches Gewerbegebiet vorantreiben.“

In der Wohnungsbaupolitik steht die Ausweisung neuer Baugebiete in allen Orten zur Sicherung von Schulen und Kindergärten für Frohn an erster Stelle. Er will aber auch ein Altbaukataster erstellen und junge Familien finanziell fördern, die ein leerstehendes oder in die Jahre gekommenes Haus übernehmen und sanieren. Auch Wohnraum für Studenten kann sich Frohn mit Blick auf die Nähe zu Jülich vorstellen.

Und was liegt dem Herausforderer noch am Herzen? „Ein öffentliches Wlan-Netz, beispielsweise in der ‚Neuen Mitte’, in Bürgerhäusern und Gaststätten“, antwortet Frohn, der auch über eine Ausweitung des Busangebots nachdenkt, als Bürgermeister eine Bürgersprechstunde einführen und das Dienstleistungsangebot der Verwaltung mit einer internen Umstrukturierung noch bürgerfreundlicher gestalten will.

Ob er seine Vorstellungen umsetzen kann, entscheidet sich bei der Wahl am 10. November.

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