Frisch saniert: 100 Jahre Westkampfbahn

Von: ale
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Die Tribüne der Westkampfbahn erstrahlt inzwischen in neuem Glanz. Foto: gkli
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Hier sieht man die Einweihung des Sportplatzes im August 1914. Foto: gkli

Dueren. Es sollte eine Riesenfeier werden. Der finnische Speerwurfweltrekordler Juho Julius Saaristo war eingeladen und sollte sein Können unter Beweis stellen. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs Anfang August 1914 machte den Plan zunichte.

Weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg brachten die Konstruktion zum Einsturz. Der Zahn der Zeit nagte allerdings kräftig speziell an der hölzernen Dachkonstruktion. Dr. Josef Schaefer, geschäftsführender Gesellschafter der Anlage, sagt dazu: „Immer wieder wurde das Konstrukt notdürftig repariert, doch nie wirklich saniert. Die Balken wurden faul und zum Schluss bestand sogar Einsturzgefahr.“ 2010 gingen die Verantwortlichen der Sportgemeinschaft (SG) GFC Düren 99 die Sanierungsarbeiten an.

Die Tribüne, die auf Platz elf der ältesten Bauwerke dieser Art in ganz Deutschland steht und deren architektonische Vorbilder in England zu finden sind, erstrahlt inzwischen wieder in neuem Glanz. Die älteste Tribüne in einem Fußballstadion steht in Hamburg-Eppendorf und stammt aus dem Jahr 1909. Ebenfalls 1909 wurde die Zuschauertribüne auf dem Fußballplatz von Victoria Aschaffenburg gebaut. 100.000 Euro kostete die Sanierung, zu der auch die Aufarbeitung der Spielerkabinen unterhalb der Zuschauerreihen gehörte.

Hier wurden Wände gestrichen und Beton- und Stahlteile ausgetauscht. Schaefer: „Viele Ehrenamtler verbrachten unzählige Stunden auf der Baustelle und packten mit an. Doch die Arbeit hat sich wirklich gelohnt.“ Das vor Wind und Wetter schützende Dach ist wieder dicht und stabil, die hölzernen Sitzbänke sind wieder in Takt. Denkwürdige Spiele fanden im Laufe der Jahre auf dem Grün der Westkampfbahn; statt.

So erinnert Josef Schaefer an das Jahr 1955, kurz nach der legendären Fußball-Weltmeisterschaft 1954 samt dem „Wunder von Bern“. Josef Schaefer staunt heute noch: „Damals spielten die Dürener Kicker hier auf der Westkampfbahn gegen die Fußballstars aus Kaiserslautern. Das Spiel verfolgten rund 17.000 Menschen.“ Nationalspieler wie Karl-Heinz Schnellinger, Georg Stollenwerk und Wilfried Hannes kickten auf der Westkampfbahn die Bälle.

Im Laufe der Jahre wurde die ganze Anlage immer weiter aus- und umgebaut. 1927 kamen noch einmal weitere 25.000 Quadratmeter Grundfläche hinzu. Rasen-, Kunstrasen- und Tennisplätze gehören heute zum Angebot. Weiter wird auf der Anlage American Football und Hockey ebenso gespielt wie Leichtathletik betrieben.

Inzwischen ist die Anlage an der Mariaweiler Landstraße die größte Sportstätte im gesamten Kreis Düren. Von einigen Funktionären wird sie sogar als die schönste Sportanlage bezeichnet, was den Zuschnitt angeht. 1300 Mitglieder, die der SG GFC Düren 99 angeschlossen sind, können hier trainieren. Aufgeteilt sind die Vereinsmitglieder in neun Abteilungen, darunter 16 Fußballmannschaften.

Nicht besonders gut zu sprechen waren Josef Schaefer und Dieter Nepomuk, ebenfalls ein großer Förderer der Einrichtung, in der Vergangenheit auf die Stadt Düren. Den Grund nennt Josef Schaefer: „Von städtischer Seite kam in der Vergangenheit zunächst recht wenig. Leider behandelt die Stadt Düren die Sportanlagen, die sich in Privathand befinden, noch nicht gleichberechtigt wie ihre kommunalen Einrichtungen.“

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