Heimbach - Freudliches Antlitz, Glas in der Hand

Freudliches Antlitz, Glas in der Hand

Von: han
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Jürgen Ackermann (rechts) schuf die Skulptur des Dionysos und stellte sie der IG Weinbau mit ihrer Vorsitzenden Marita Jaeger (Bildmitte) als Dauerleihgabe im Weingarten zur Verfügung. Foto: Schmitz

Heimbach. Lese, Lesung, Labsal: Pfarrer Hans Doncks hatte die Bibel zum Heimbacher Weingarten mitgebracht und zitierte vorneweg schmunzelnd eine passende Stelle. „Der Wein erfreut des Menschen Herz”, las er vor und segnete eine neue Skulptur am Weinberg ein.

Ein griechischer Gott vor den Weinstöcken: Dionysos, dem man allerhand zuschreibt: eine Gottheit des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, der Ekstase.

Heimbacher Ruraue

Soweit kam es allerdings nicht in der Nähe des Hauses des Gastes, vielmehr gab es mit „Heimbacher Ruraue” ein Prosit auf Jürgen Ackermann, Bildhauer und Dozent an der ortsansässigen Kunstakademie, der das Kunstwerk aus rotem Buntsandstein geschaffen hat. Der unbearbeitete Klotz, rund anderthalb Tonnen schwer, stammt aus dem Tagebau Hambach, wurde nach Heimbach geschafft und dann von dem 64-jährigen Künstler mit Hammer und Flex bearbeitet, bis sich seine Idee vom Weingott herauskristallisierte.

Das Gesamtkunstwerk

Ein freundliches Antlitz, ein Glas in der Hand, abgestufte Ränder, die den Terrassenbau in den Weinbergen symbolisiert. Ein gelungenes Gesamtkunstwerk, das sich nahtlos in die Umgebung einfügt und bei näherer Betrachtung zum Nachdenken anregt. Zuversicht und innere Gelassenheit, aber auch Sorgen und Mühen lassen sich aus den Gesichtszügen interpretieren.

Für den Geistlichen legt die Arbeit aber auch „die Verantwortung für die Schöpfung nahe”, was durch die Pflege des Weingartens unterstrichen werde. Und da hatte die IG Weinbau an dem Tag der Einweihung eine Menge zu tun. Die Weinlese stand an, korbweise wurden Trauben gepfückt. Die Vorsitzende Marita Jaeger pendelte zwischen Skulptur und Weinstöcken, bedankte sich für die Dauerleihgabe und blickte optimistisch auf die Möglichkeit, in dem Areal einen Skulpturengarten anlegen zu können.

Mit dem Lese-Ergebnis war sie sehr zufrieden. „Mehr als sonst”, schätzte sie ein. Über die Qualität des Weines konnte die Galeristin noch nichts sagen. Zunächst stand die Fahrt zu einem Winzer nach Brauneberg in der Nähe von Bernkastel an, wo die Trauben gepresst werden. Dann wird es noch eine Zeitlang dauern, bis der Heimbacher Cuve wieder munden wird.

Aus zwölf Rebsorten wird der Heimbacher Wein komponiert, der aber nicht auf den Markt kommt, sondern nur bei besonderen Anlässen kredenzt wird. Der Tropfen, der gereicht wurde, behagte jedenfalls Pfarrer Hans Doncks, der ihn als Messwein in Erwägung zog.
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