Vettweiß - Freudentränen und Gänsehaut bei den Vettweißer Kulturtagen

Freudentränen und Gänsehaut bei den Vettweißer Kulturtagen

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:
5890922.jpg
Das Gospel-Konzert anlässlich der Vettweißer Kulturtage in der Sievernicher Pfarrkirche wird vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben. Foto: Daniela Martinak

Vettweiß. Um es musikalisch auszudrücken: „Oh happy day“. Treffender lässt sich das Konzert der Chorgemeinschaft St. Johann Baptist Sievernich nicht beschreiben. Anlässlich der Vettweißer Kulturtage veranstalteten die 34 Sängerinnen und Sänger einen musikalischen Abend „der etwas anderen, wer uns kennt ungewohnten Art“ in der Sievernicher Pfarrkirche.

Chorleiter Jochen Petermann eröffnete dem Publikum zwar zuvor, dass seine Truppe inzwischen „phasenweise zum Hochzeitschor mutiert“, aber was die rund 200 Gäste innerhalb der nächsten Stunde zu hören bekamen, verursachte Gänsehautschauer, Freudentränen und nicht zuletzt reichlich Bewegung im Gotteshaus.

Mit „Get together in the name of the lord“ und „Ain´t no rock“ starteten die Chormitglieder durch. Und das Publikum stellte binnen Sekunden laut Petermann „farbiges Gefühl“ unter Beweis: Alle klatschten rhythmisch mit und machten „gute Ansätze, das beste Gospelpublikum zu werden“.

„Gospelfieber“ ausgebrochen

Die meisten Konzertbesucher kennen die Damen und Herren in Schwarz nur als musikalisch betont ruhig auftretend, also eher mit romantisch klingenden Tönen. Das alljährliche Weihnachtskonzert ist inzwischen zur Tradition geworden. Doch jetzt war nichts mit still sitzen bleiben und genießen. Petermann: „Gospel bedeutet mitmachen.“ Und etliche Freunde und Gönner der Vettweißer Kulturtage taten, was sie nicht lassen konnten.

170 Sitzplatz-Reservierungen reichten bei Weitem nicht aus. Sogar auf der Empore war die Hölle los. Das „Gospelfieber“ war erkennbar ausgebrochen.

Am Ende textsicher

Bei „Clap your hands and sing hallelujah“ brauchte es nicht viele Worte, auch, wenn das „Timing beim Mitklatschen teilweise noch geübt werden müsste“. Etwas besinnlicher wurde es dann bei dem Stück „You are the light“, ein eher ungewöhnlicher Dreiviertel-Takt, der zwar das Klatschen erschwerte, dafür aber sämtliche Sinne in Anspruch nahm. Das Zücken der Taschentücher und Pärchen, die näher zusammenrückten, rührte auch Bürgermeister Josef Kranz: „Ein Konzert, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Stimmen, die unter die Haut gehen.“

Nach „Your Love“ war dann aber wieder Schluss mit der Besinnlichkeit. „God gave me a song“ und „How great is our god“ sind die obligatorischen Gospellieder, wie sie in Afrika gesungen und gelebt werden. Und wie das beim Gospel nun mal ist, waren die Sänger – laut Petermann – bei der Wiederholung der Schlussstrophen ebenso flexibel wie das Publikum, das „dann nach dem 27. Mal auch textsicher mitsingen konnte“.

Zu sehr wollte die Chorgemeinschaft ihr Publikum allerdings nicht verunsichern. Deshalb gab es auch nur White-Gospel auf die Ohren. „Der ist nicht so kernig, wie der schwarze Gospel“, erklärte der Chorleiter. Enden sollte das Konzert mit einer englischen Version von „Lobet den Herrn“, doch dieser Plan ging nicht auf. Davon, dass die Musiker insgesamt zwölf Stücke in petto hatten, obwohl erst zehn auf der Liste abgehakt worden waren, hatten die Besucher wohl Wind bekommen.

„We believe“ und „Everybody pray“ riss noch mal alle von den Bänken und erinnerte ein wenig an die Szenen aus dem Film „Sister act“, denn auch in Sievernich wurde die Nähe zu Gott eher tänzerisch und rhythmisch unter Beweis gestellt.

Laute Zugaberufe, die nicht enden wollten, tosender Applaus und letztendlich doch der Wunsch, das schöne Wetter noch ein wenig zu genießen, veranlassten den Chor schließlich, die weiteren Zugaben auf dem Vorplatz zu geben, wo es kühle Getränke und ein gemütliches Miteinander gab.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert