Boich - Freiwilligendienst: Hannah geht für ein Jahr nach Indien

Freiwilligendienst: Hannah geht für ein Jahr nach Indien

Von: Kristina Wollseifen
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Auf der Karte im Schulatlas ist Indien schon zum Greifen nah: Ab September wird die 20-jährige Hannah für ein Jahr im fast 8000 Kilometer entfernten indischen Bundesstaat Kerala leben und arbeiten. Foto: Wollseifen

Boich. „Suprabhaatham!” - so begrüßen sich die Einwohner des Bundesstaats Kerala im Südwesten Indiens, wenn sie sich morgens treffen. Denn dort wird Malayalam gesprochen und mit der eigenen Malayalam-Schrift geschrieben.

Schon bald wird Hannah aus Kreuzau-Boich das deutsche „Guten Morgen!” gegen ebendieses „Suprabhaatham!” austauschen, wenn sie ab September für ein Jahr im fast 8000 Kilometer entfernten Dorf Poovattuparamba an der Südwestküste Indiens leben und arbeiten wird.

Auf der Karte im Schulatlas ist der Ort längst nicht mehr eingezeichnet, und auch der Vermerk zum Bundesstaat Kerala wirkt eher unscheinbar. Dort, in einer der äußersten Ecken des Landes, wird sie mit ihrer Projektpartnerin eine Schule, zu der auch ein Kindergarten gehört, unterstützen.

„Hauptsächlich werden wir im regulären Unterricht unter Aufsicht der Lehrer in den Fächern Mathe, Englisch, Kunst und Sport eingesetzt”, erklärt die 20-jährige Abiturientin. „Wir werden aber auch bei der Förderung von lernschwächeren Schülern helfen und noch viele weitere Aufgaben übernehmen.” Dazu gehören neben der Erstellung von Lehrplänen und der Hausaufgabenbetreuung auch die Essensausgabe sowie die Raumgestaltung.

Das Abitur ist geschafft, doch was kommt danach? Viele entscheiden sich für ein Studium oder eine Ausbildung. Für Hannah kam das nie in Frage: „Für mich stand eigentlich schon immer fest, dass ich nach dem Abitur nicht direkt studieren will, sondern erst einmal raus aus Deutschland will”, sagt die 20-Jährige. „Ich will andere Menschen begegnen, fremde Kulturen kennenlernen und natürlich auch erleben.” Die Lösung für ihren Wunsch war schnell gefunden: ein internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD).

Er bietet die Möglichkeit, sich zu engagieren und andere zu unterstützen. Die Entsendeorganisation „VIA” und die Aufnahmeorganisation „Social Ageny for Women and Rural Development” (SAWARD) ermöglichen Hannah den Aufenthalt in Indien. Wieso sie aber ausgerechnet Indien als Einsatzort gewählt hat, kann sie selbst gar nicht mehr so genau sagen. „Ich fand Asien schon immer sehr interessant, und so kam mir die Idee, nach Indien zu gehen”, erklärt sie. „Gerade deshalb, weil ich über dieses Land nicht sehr viel wusste, fand ich es spannend und faszinierend.”

Während der Vorbereitungen hat die 20-Jährige aber schon viel mehr über Indien gelernt. Erst vor Kurzem war sie auf dem zwölftägigen Ausreiseseminar der Entsendeorganisation, auf dem die Teilnehmer über Themen wie Globalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Kulturen, Ziele und Ängste gesprochen haben. „Ich habe schon ein mulmiges Gefühl, wenn ich daran denke, dass ich bald ein Jahr lang von meiner Familie und meinen Freunden getrennt sein werde”, sagt Hannah.

Gleichzeitig glaubt sie aber, dass Indien auch eine große Chance darstellt: „Ich hoffe, dass ich dort wertvolle Erfahrungen sammeln, neue Freundschaften schließen und mich selbst auch ein Stück weit besser kennen lernen kann”, erklärt Hannah. „Ich hoffe, dass ich von den Menschen dort, ihren Werten und ihrer Kultur lernen kann und ihnen auch etwas von meiner Kultur vermitteln kann.”

Und was packt man in einen Koffer, wenn man ein Jahr lang von zu Hause fort geht? Neben Kleidung und anderen Funktionsgegenständen passen nicht viele persönliche Dinge in einen Koffer.

„Auf jeden Fall werde ich viele Fotos von meiner Familie, meinem Hund Gorbi und meinen Freunden einpacken”, sagt Hannah. Auch die Lieblingsbücher und der MP3-Player mit der Lieblingsmusik dürfen nicht fehlen. Aber am wichtigsten ist der Laptop. „Damit kann ich mit allen zu Hause in Kontakt bleiben, wir können skypen und uns gegenseitig E-Mails schicken.”

Bevor es aber im September los geht will Hannah sich noch intensiver mit Indien beschäftigen und ihre Englischkenntnisse vertiefen. Vor einigen Tagen hat sie sich auch ein Sprachbuch über Malayalam gekauft, um erste Wörter der fremden Sprache zu lernen. Im Übrigen hat Malayalam vorwärts als auch rückwärts gelesen dieselbe Aussprache - genau wie Hannah. Eine Parallele - auch wenn es nur Zufall ist- die gewiss als gutes Vorzeichen gewertet werden kann.
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