Abenden - Freiwillige Gartenhelfer: Ein Dankeschön von Flüchtlingen

Freiwillige Gartenhelfer: Ein Dankeschön von Flüchtlingen

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
10621961.jpg
Doris Unsleber (hinten, rechts), Projektleiterin, freute sich mit den Helfern und Pädagogen, der Gastfamilie Ostenrath und mit den Flüchtlingen über einen Tag, der ein wenig zum „Ankommen in Deutschland“ beigetragen hat. Foto: bel

Abenden. Ein lustiges Völkchen von 18 jungen Männern wuselt im Hospizgarten „Hortus Dialogus“ der Familie Ostenrath in Abenden herum. Da werden Blumentöpfe mit isoliertem Draht fertig zum Aufhängen gemacht, alte Steinlaternen aufgerichtet, Unkraut wird gejätet, der Knöterich abgestochen, Beete gesäubert und der Rosengarten auf Vordermann gebracht.

Etwa von 9 Uhr in der Früh arbeiten die „Flüchtlinge ohne Anerkennung“ im riesigen Hospizgarten, den Maria und Friedrich Ostenrath schon vor Jahren der Öffentlichkeit, besonders aber Hospizbewohnern aus dem Kreis, zugänglich gemacht haben.

Urwaldähnliches Areal

Heute haben sie das urwaldähnliche Areal, in dem der Spaziergänger viele Ecken und Nischen, Bänke, Häuschen und Pavillons zum Verweilen findet, für die 18 Männer vom Balkan, aus den Krisengebieten des Nahen Ostens und Afrikas bereitgestellt. Verantwortlich für das Tagesprojekt „Flüchtlinge aus Düren räumen einen Hospizgarten auf“ zeichnet die Evangelische Gemeinde zu Düren mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung, in dessen Rahmen auch Integrationskurse für Flüchtlinge angeboten werden.

Doris Unsleber, Leiterin des Projekts: „Diese Menschen wollen in Deutschland ankommen.“ Dazu fehle allerdings als erstes die Sprache. Deshalb werden diese Leute, hilflos in einer fremden Welt, möglichst schnell in Sprachkursen soweit gebracht, dass sie sich eigenständig ein Brötchen kaufen können.

Aus einer Gruppe von 200 Flüchtlingen aus dem Kreis Düren wurden 120 Leute getestet, um ihre Verständigungsmöglichkeiten herauszufinden. Für die Maßnahme putzten sich insgesamt 40 Männer heraus, die von zwei Lehrerinnen und zwei Lehrern unterrichtet und auf das Leben in ihrer neuen Umgebung vorbereitet werden sollten. Ein Kurs ging diese Woche zu Ende. Die Männer können nun die normalen Dinge des Alltags sprachlich bewältigen.

Handwerkliche Fähigkeiten

Sie kamen dann auf die Idee, sich bei ihren deutschen Gastgebern zu bedanken. Dafür fanden sie eine ungewöhnliche Form: Ehrenamtliches Arbeiten im Hospizgarten in Abenden, einer sozialen Einrichtung, als Dankeschön gegenüber der deutschen Gesellschaft. Lothar Schäkel, einer der vier Pädagogen, ist angetan von dem Willen der Teilnehmer, zu arbeiten. Erfreut zeigte er sich, dass viele Männer im „Hortus Dialogus“ eine Menge handwerklicher Fähigkeiten bewiesen.

„Kein Wunder“, sagte Schäkel, „denn viele von ihnen sind in ihrer Heimat als Maurer, Elektriker und in anderen Berufen unterwegs gewesen.“ Einer von ihnen ist sogar Rechtsanwalt. Das könnte ja, vermutete der pensionierte Lehrer, tatsächlich einige deutsche Betriebe interessieren. Unterstützt werden die Sprachkurse vom Land NRW und vom „Erwachsenenbildungswerk Nordrhein“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert