Kreuzau - „Freitag der 13.“: Reality-Shows auf die Schippe genommen

„Freitag der 13.“: Reality-Shows auf die Schippe genommen

Von: Bruno Elberfeld
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Auf der Bühne liefen bei „Freitag der 13.“ meist mehrere Vorgänge parallel ab – für den Betrachter oft ganz schön verwirrend. Foto: Bruno Elberfeld

Kreuzau. Der Literaturkurs (Q 1) des Kreuzauer Gymnasiums nahm unter der Leitung von Judith Weyermann mit dem Stück „Freitag der 13.“ von Peter Reuel die Reality-Shows der TV-Sender auf die Schippe, und das tatsächlich am Freitag, dem 13. Juni 2014. Zum zweiten Mal aufgeführt wird das Stück am Mittwoch, 18. Juni, wieder um 19 Uhr im Forum des Gymnasiums. Um was geht es?

Flugzeugpassagiere warten auf ihr Boarding. Stimmen, laute und leise, signalisieren schon hier die einzelnen Charaktere. Der Macho (Kenneth Sehle/Maik Stollenwerk), versteckt hinter einer Sonnenbrille und bewaffnet mit dem Playboy – von dem Spielleiterin Judith Weyermann vorher nichts wusste – tritt als unwiderstehliches „Männchen“ auf. Daneben wirkt der Opa (Caspar Gottschalk) mit seinen Erinnerungen an den letzten Krieg nahezu harmlos. Die Neurotikerin (Ramona Peters/Lea Fieth) prophezeit schon vor Besteigen des Fluggeräts, dass ein Flug am Freitag dem 13. nicht gut gehen kann, zumal ihr noch eine Katze von links über den Weg gelaufen ist.

Die Prophezeiung geht in Erfüllung: Das Flugzeug muss notwassern. 14 Menschen, ausgestattet mit ihren eigenen Geschichten, stranden auf einer einsamen Insel. Die Sportler (Maik Bonn/Sophia Bruske) traben durch das Geschehen. Der Terrorist (Sultan Sagalov) trägt seinen Gebetsteppich spazieren, der Künstler (Thomas Iven) läuft mit seinem Zeichenblock umher, die Psychologin (Diana Kosse/Carolin Hake) nervt mit ihren Fragen, die Leserin (Fabienne Bindels) liest aus „Robinson Crusoe“ vor.

Alles nur Show...

Es entsteht ein typisches Gemisch von zusammengepferchten Individualisten, die in dem gruppendynamischen Prozess ihren Charakteren freien Lauf lassen. Sie sind zwar dazu verdammt zusammenzuhalten, stehen aber jedoch in Konkurrenz zueinander. Die Erlösung kommt gegen Schluss des Events. Fernsehmoderatoren, als Eingeborene mit Baströckchen verziert, offenbaren, dass das Ganze nur die Reality-Show eines Fernsehsenders ist, die bald abgebrochen werden muss, weil das Geschehen wegen einer drohenden Schlägerei aus dem Ruder gerät.

Kurzum, einige TV-Produktionen wurden auf die Schippe genommen. Die Mittel: komödienhaftes Auftreten, Coolness auch in schwierigen Lagen unter dem Motto, dass die Macher alles im Griff haben. Tiefgang wurde bei dem Stück bewusst vermieden, vielleicht um die Reality-Shows auf den Fernsehkanälen nicht aufzuwerten. Nachdenkenswertes blieb nicht lange haften. Die Schauspieltruppe selbst aber hatte, wie auch das Publikum im Halbrund des Forums, großen Spaß. Die Gratwanderung, Aufführungen mit dieser oder ähnlicher Thematik in Klamauk enden zu lassen, wurde gemeistert.

Bunte Kulisse

Lobenswert die bunte Kulisse, einer Dschungelidylle auf einer Südseeinsel nachempfunden. Die Kostüme einfallsreich, so dass die Akteure allein schon durch ihren Auftritt wohlwollendes Gelächter ernteten. Es spielten außerdem: Carolin Hake, Diana Kosse, Cedric Teigmann, Leon Nolten, Rebecca Glowa, Niklas Maubach, Michelle Paul, Berna Yildirim, Lynn Krohm, Ashvinni Theivendram, Janik Becker, Benjamin Franke und Sebastian Krieger.

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